alles wird gut
ich habe mir eine werkstatt angesehen… im geschützten raum kreativ arbeiten beziehungsweise das arbeiten wieder lernen… und nachdem ich gestern noch rumrätselte – geschützter rahmen, brauche ich das denn überhaupt, isses jetzt schon soweit mit mir, ja? und wenn,dann wiederum die entscheidung, was denn nun, textiles, digitales (doch nochmal probieren?) oder in einer anderen werkstatt, die ich mir noch angucken möchte, keramik oder sogar eine theaterwerkstatt (!!) – war ich dann heute, nachdem ich mich dorthin begeben hatte, ersteinmal so fertig, daß ich fast meinen eigenen nachnamen nicht mehr hätte buchstabieren können…
ein verwunschener, zugewachsener hofeingang, ein großer hof mit lauter bunten blumen und tomaten… und der nette mensch, der mich dort aber zu einem gespräch eingeladen hatte, war mir sehr angenehm und auch die rahmenbedingungen, die er mir erzählte, klingen sehr sehr gut in meinen ohren! wegen meiner entscheidungsschwierigkeiten könnte ich ein praktikum, daß mensch dort üblicherweise vorher verbringen kann, auch aufteilen, um mir die beiden werkstätten: textil und digital ansehen zu können! aber dann führte er mich herum und wir kamen zuerst in die textil-werkstatt: ein heller großer saal mit schönen arbeitstischen drin, ein regal voll mit stoffen, lederresten, zig saugute industrienähmaschinen, ein regal mit rohwolle – die farben! die farben sag ich!! – und wandbehänge, taschen, täschchen, wärmflaschenhülsen, hausschuhe (mit katzen und monden drauf!). ein paar frauen, die sanft ihre seifigen hände über große filzflächen kreisen ließen, einige hinter nähmaschinen, am schwatzen, am fäden-und-fitzelchen-auffegen und eine junge, offen und frei wirkende betreuerin, die sich hier und da dazuhockte und fachlich wie menschlich gut auf mich wirkte – kurz gesagt, ich wollte sofort gleich dort einziehen!
dann kam aber noch die pc-werkstatt. webdesign ist jetzt nicht so ihrs, sagte mein gesprächspartner noch, aber als ich dem werkstatt-leiter ein paar stichworte hinwarf, leuchteten dessen augen sofort auf und er wollte mich gleich da behalten! das gefühl hatte ich ja lange nicht mehr, daß jemand mich fachlich gut findet und gerne mit mir zusammenarbeiten möchte – das hat sich saugut angefühlt!
kurzum: ich werde dort also demnächst ein praktikum machen (das unabhängig ist von arbeitsamt, beantragung und anderen wegen, die die milch noch gehen muß, ehe es butter wird) und ich freue mich jetzt schon mächtig drauf!
beschwingt machte ich mich also auf einen rückweg (die u-bahn-station wird gerade nur in einer richtung bedient und ich mochte mir ohnehin gern die gegend anschauen) und fand am fluß eine riesige, wunderschöne weide. mächtiger stamm der sich fast symmetrisch gabelt und eine riesige grüne kuppel aufspannt, die zweige hängen bis ins wasser rein. was für ein baum! (ich hatte in Landshut “meine” weide ganz in der nähe und auch am fluß und hab bis jetzt keinen ersatz für sie finden können.) und da stand sie, es roch zwar nach brackwasser und ich bekam auch gleich schiß, daß ein hund kommen könnte, still ist es da auch nicht gerade, aber es sind geräusche von schiffen und es ist – mitten in Berlin!
dann trat ich auch noch in ein kleines antiquariat und die hatten da die “Enzyklopädie der weiblichen Handarbeiten” von Thérese de Dillmont, die ich nur als nachdruck habe. mein nachdruck ist mein ganzer stolz und war mir ein sehr wertvolles weihnachtsgeschenk einer ehemaligen liebe meines lebens, aber diese original-ausgabe war ausgezeichnet erhalten, leineneinband mit goldschnitt und vor allem: farbigen tafeln!!!
genug der guten dinge, mir gingen langsam die ausrufezeichen aus, 80 sollte dieses schmuckstück kosten, aber ich hatte nicht mal mehr genügend für die rückfahrt dabei und machte mich auf die suche nach einer geldmaschine… blöderweise meinte die, sie könne mir heute nichts mehr auszahlen. meine geheimnummer akzeptierte sie und meinen kontostand sagen konnte sie auch. ich gebe zu, daß ich, die ich die scheckkarte immer brav im portemonnaie aufbewahre, sie jüngst mal eine nacht lang in der hosentasche durch Berlin trug und sie seitdem ziemlich… sagen wir, blä@!*ärch aussah, aber ich hab damit doch gestern noch was in einer kaufhalle bezahlt? (wo buchen die jetzt das ab?) und wieso kann die karte mich identifizieren und mir den kontostand sagen? der war zwar im roten bereich, aber in einem, in dem ich darf (und außerdem ist es da bestimmt seit 5 jahren schon rot)…
also den stadtplan gezückt und erstmal nachgesehen, wo ich mich überhaupt befinde und mich dann auf den weg zu Antje Atlantis gemacht, die gerade spätdienst tat (und immer noch tut) und ungefähr 3 kilometer dahin getrabt. die liebe hat mich erst einmal mit einem kaffee gestärkt, mir bahngeld gegeben und die scheckkarte mit desinfektionsmittel sauber bekommen! ich hab es natürlich sofort nochmal probiert bei der sparkasse und hätte so gerne geschrieben, daß die beste krankenschwester der welt sogar zahlungsmittel zu heilen imstande ist (und geld bekommen und ihr auf dem rückweg knupperkirschen gekauft), aber ich kann nur behaupten: sie ist die beste, ich muß jetzt zusehen, daß ich das geldproblem (ist das jetzt ein technisches? oder ein finanzielles? oder was ist kaputt?) gelöst kriege und ich bin glücklich über den ganzen rest des tages und muß jetzt gleichmal sämtliche filz-und-so-links gucken, nicht, daß ich sofort das filzen anfange…

2 kommentare on “alles wird gut”
wiebke schrieb am 21.07.'09 um 22:20:
wann wird denn nun alles gut? warte auf neue Infos. Wo biste nun: Filz oder PC???
blue schrieb am 23.07.'09 um 7:08: