die nächtliche straße, voll von leuten, lachen, kindergeschrei
wo sind die denn alle den winter über gewesen?
mich gemein fühlen, mittendrin
der letzte geruch nach sonnenstrahlen, die neuen blätter – frühling!
zum griechischen krämer nebenan gehen, der so tut, als wär er türke, aber mit meinem cousin hab ich herausgefunden, daß er grieche ist. an solchen orten landessprachlich merhaba und yassu benutzen können, das fühlt sich gut an und kommt wie im urlaub…
barfuß endlich! freiheit für die gummibärchen – weg mit den tüten; ach nein, das war was anderes… als “scheiß deutsche” beschimpft werden (wegen barfuß, kann mir mal eben wer den zusammenhang erklären??), aber das macht fast nix, so fühlen sich in doitschland…, “fremd ist der fremde nur in der fremde”… stimmt ja so jetzt auch nicht mehr… straße überquert, andere passanten gecheckt… ist dieser einfache junge jetzt einer, der sowas gesagt hat?… politik fließen in my heart…
nochmal zum griechen, nein diesmal zum türken, weil der grieche das eine nicht hat, über griechen und türken gequatscht, alles so schön frei und meine füße auch und die alte hose von meiner zweiten liebe, die heute historisch ist (die hose jetzt!), so schöne streifen, aber andere würden sie häßlich finden und mir ist noch immer nicht kalt und ich fühle den boden unter mir und das fühlt sich so an wie richtiges leben…
richtiges leben. richtig leben. also nicht leben in der richtigen richtung sondern: leben. richtig leben. nicht nur warten drauf, träumen von, denken drüber, probieren, wissen, daß nicht… leben…
so hat sich das in griechenland oft angefühlt. ich weiß nicht, warum. vielleicht, weil ich, obwohl ich mit jemandem zusammen dorthingegangen war, mich so oft als einzeln und alleine begreifen konnte. zugegeben, daß ich das konnte, hatte damit zu tun, daß die person, mit der ich dort war, ein mann war. mit einem mann bin ich nicht “zusammen” und begreife mich auch nicht als teil eines paares, weder eines liebespaare, noch eines reise-, arbeits- oder sonstwas -paares… vielleicht muß ich über diesen punkt einmal nachdenken…
ich kam heute in einem durchaus angenehmen telefonat mit meiner mutter nämlich in die verlegenheit, ihr regression erklären zu müssen oder zu können. (was ziemlich gut lief, obwohl genau dieses problem ja an sich ziemlich viel mit der mutter zu tun hat, aber ich glaube, ich habe da ein so eigenes verständnis rüberbringen können, daß sie sich nicht sofort als ziel, getroffen, schuldige oder opfer fühlen mußte, sondern als mutter der eigentlich erwachsenen, aber regressiv zum baby mutierten tochter mütterlich ein “mach das so!” und “das mußt du machen!” liebevoll sagen konnte… hab ich da vielleicht mal ‘ne gute kommunikation gemacht? ich war ihr so dankbar! ein geschenk… und ich sage das so selten im zusammenhang mit ihr…)
regression hin oder her: griechenland und meine straße im sommer: das ist was anderes. das ist das gegenteil (dieser depression). das ist eigentlich der zustand, den ich suche, der nicht heilsam wäre sondern: die heilung an sich. das ist der geheilte zustand, nachdem ich trachte.
dann hätte ich das heute ja mal erreicht. kurz nur. und dem frühling geschuldet (was ich nicht beeinflussen kann…). und ohne danach zu fragen, ob ich das verdient habe oder ob es mir zusteht: es war einfach da.
“bist du der frühling?” fragte Peter Hase und er höhrte ein lachen über sich im geäst. “aber das ist doch nur gras!” sagte die amsel…