Katz!
das stand für heute in unserem küchenkalender. ich hab das entdeckt, als ich, was ich seit weihnachten vorhatte, endlich mit der idee und einem stift in der hand vor dem nämlichen stand und da eintragen wollte, daß wir in “Cats” gehen würden, das musical, geschenk von meiner schwester und ihrer sippschaft. Katz! was “Katz!”? fragte ich mich, die katzen müßten jetzt bald zurückkommen, ja, aber ausgemacht war noch nix, katzenfutter- und katzenstreusorgen treten damit auch später auf… bis ich darauf kam, daß meine bezaubernde französische frau freundin ebenjenes musical damit meinte, was ich gerade eintragen wollte… das war, neben der freude seit weihnachten, als wir die karten geschenkt bekamen, eine der vorfreuden:
heute waren wir also in “Cats”…
(wir sind zu spät gekommen. und es war meine schuld. und dann auch noch die von den veranstaltern: nirgends eine gescheite adresse, es nennt sich “zelt hinterm hauptbahnhof” (dabei liegt es davor) und ist nicht etwa ein katzensprung von jenem, sondern nur durch einen kräftigen fußmarsch zu erreichen… der ziemlich blöde ausfällt, wenn frau eh schon spät dran ist… sie hat mir jedenfalls geschworen, entweder nie wieder mit mir zu einem “spectacel” zu gehen oder wenn, dann nur, wenn ich in den kleidern, die ich zu tragen gedenke, schon schlafe und sie mich 4 stunden vorher aus dem haus jagt… oder so ähnlich…
aber es war wunderbar! ich, die ich das musical nur von der platte kenne und liebe, dachte gar nicht, daß da eine richtige geschichte dabei ist. ich dachte, da stellen sich halt so ein paar katzen-charaktere vor und am ende singen sie dir alle, wie du dich einer katze nähern oder vorstellen sollst…
und die schallplatte, die hat ja auch noch so ihre geschichte: es war nämlich die von meiner cousine. und sie hat sie mir geborgt. und wie ich das fortan in meinem leben auch immer tun würde: ich hörte mein lieblingslied immer und immer wieder… (”Memories”, dieses Angelika-Milster-Barbra-Streisand-lied) dummerweise hatte die platte einen sprung, als meine cousine sie sich wieder anhören wollte. ich hab davon nicht mal mehr was gemerkt, bei mir lief alles immer prima (ich hörte ja auch nur diesen einen song)… aber ich hatte ihr etwas geborgtes, eine schallplatte aus dem westen, etwas heiliges kaputtgemacht… ein schlechtes gewissen verbindet mich noch bis heute mit “Cats”… naja… vielleicht mußte ich da was wiederholen und noch ein schlechtes gewissen ernten… (wie blöd bin ich eigentlich?!?)
aber ich habe die gänsehaut bei “Alt-Deuteronimus” gekriegt. vielleicht ist das mein lieblingslied? ich hatte tränen in den augen und mich auf einmal erinnert, wie ich das alles mitzusingen versuchte…
als endlich die alte Grizabella (daß sie so heißt, hatte ich auch vergessen…) ihr ‘Memories’ vortrug (von dem ich nicht wußte, daß es sich auf zwei oder drei lieder verteilt), sang ich einfach lautlos und ergriffen mit.
dieses musical, dessen musik mir mein leben lang augenscheinlich so wertvoll und wichtig war, daß ich bestimmte texte wirklich noch akkurat parat hatte, das ist live und in farbe so ganz anders und sooo schön!
ich mag keine opern. vielleicht sind die musicals die opern von heute. auch für so intellektuelle und pop-verachtende menschen wie mich. “…das theater von heute … hat höchstens niveau… doch wir machten damals die herzen auch froh…”
schwesterherz: danke für dieses geschenk, danke für dieses eine leuchten, das ich lange nicht mehr in meinen sinnen gespürt habe!









