macht mich gerade an, so ein goth-techno-zeugs mit gutem text.
achtung, könnte triggern, bitte vorsicht, wenn du Überlebende(r) sexueller gewalt bist!
rechter scheiß?: wie ich mir die combo näher anguck (auch myspace und so), kommts mir doch komisch vor (wer darf denn heute noch ungestraft so ‘ne schlichte frakturschrift benutzen, häh?) und ich komme mal wieder ins zweifeln…
ich hab beispielsweise Michael Jackson nie groß gehört oder gemocht, bis ich mitte der neunziger jahre mit einem schwulen jungen in Frankreich, der weder deutsch noch englisch gut konnte (und ich französich ganz gut kann, nur mit der sprache haperts…) mit “Heal the World” unsere gemeinsame beziehung, die dem, was Audrey Hepburn in diesem existentialistischen film mit “empathie” immer haben/sein oder fühlen will, sehr gut ausdrücken und empfinden konnte und seit dem springe ich bei jedem Jackson-song immer auf die tanzfläche – dann diese vorwürfe… soll ich oder soll ich nicht?
ein anderes beispiel ist :wumpscut:, der aus der stadt stammt, in der ich fast ein ganzes jahrzehnt verbracht habe: geredet wird dort, er, sagen wir mal so, sei mit minderjährigen unterwegs. wer kleine städte kennt, weiß, was so ein gerede wert ist. wer sich je parteiisch mit den flügelgebrochenen gezeigt hat, zeigen wollte oder zeigen sollte, weiß auch, was sowas wert ist.
was nun mit der musik?
wenn ich mir Wagner so anguck: naja, sympatisch würd’ ich den jetzt nicht finden. für die fangemeinde, zu der unter anderen auch der größte massenmörder deutscher nation (〈– nach seinem gefühl) gehörte, kann weder er noch ich was. und dennoch mag ich diese eine overtüre sooo sehr…
"verlange von einem künstler, den du nicht magst, keine werke, die du magst…" schrieb mir ein kluger künstlerbruder in die seele… aber wie ich mit der umkehrung dieses satzes umgehen soll, ist mir immer noch unklar..
diesen song (und auch etliche von M. Jackson oder diesem Rudy Ratzinger, der unter :wumpscut: veröffentlicht) mag ich einfach. auch glaube ich denen, die sagen, sie seien unpolitisch, daß sie das ernst meinen. wenn die dann von gruppierungen, die meinen ansichten völlig zuwiderlaufen, angehimmelt werden, sollte ich dann vielleicht lieber über meine ansichten und auch über meine feindbilder nachdenken. schließlich sind feindbilder so furchtbar einfach. und aber auch der anfang von faschismus. nicht der anfang, die grundlage eigentlich.
und nun der link zu dem artikel über “feindflug” und das WGT in Leipzig (wo ich dies jahr schon wieder nicht war…) von indymedia, einer von mir gern gelesenen, sehr linken, wenn nicht anarchistischen internet plattform…
und ein commentar dort:
Diese und ähnliche Aktionen haben endlich dazu geführt, daß wir uns schließlich öffentlich von einer rechten Gesinnung DISTANZIERT haben. Eine solche Gesinnung hat es zu keiner Zeit, bei keinem Mitglied der Band gegeben, aber ich gebe zu, daß man dies, bei oberflächlicher Recherche, nicht unbedingt erkennen konnte und kann (übrigens prangt auf jeder unserer Veröffentlichung seit Jahren ein durchgestrichenes Hakenkreuz, als klare Abgrenzung).