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archiv für thema 'ich ist eine andere...'

krallen & geburtstage

fragt mich mein zwilling, ob wir unseren 80sten geburstag zusammen feiern wollen. großes inmichgehen & michselbstbefragen über tage… will ich ihr endlich antworten. schreib ich so ambivalentes zeugs zusammen, daß ich noch dabei beschließe: ich muß das in meinem blog fragen. weil es – unter anderem – soviele menschen gäbe, zu denen ich kaum oder keinen kontakt mehr habe (zum beispiel wegen meiner verdammten kontaktschwäche. oder freundschaftsunfähigkeit, aber auch aus anderen gründen) & denen ich dann ganz gerne nonchalant den link zukommen lassen würde wollen, die ich aber einladen würde wollen…
ich habe einmal einen 40sten erlebt, wo die sich echt ihre lieblingsessen hat kochen lassen. als catering & im großen stil. da hab ich beschlossen, daß ich bis dahin auch eine echte geburtstagsfeiertradition am laufen habe & das ganz groß feiern werde… ich glaube, daraufhin habe ich meinen 29ten gefeiert. ja, doch, ich erinnere mich an die einladung: der letzte mit ‘ner 2 vornedran… und das war meine einzigste geburtstagsparty, seit ich bei meiner mutter ausgezogen bin.
außer der, wo ich bei meiner zwillingsschwester mitgefeiert habe. was auch irgendwie schön war, aber es war halt auch nur ihre party…
jedenfalls will ich grad einen großen blogeintrag schreiben, wie ichs nun machen soll und was und wo, da ruftse mich an, meine zwillingsschwester. ohne meine mail gelesen zu haben, der rechner is schon aus. (wie sowas immer geht. daß wir zwei frauen, die wir mir immer so verbindungslos erscheinen, plötzlich in derselben sache unterwegs sind. und ich bin auch ans telefon gegangen – mach ich eigentlich nicht – weil mir, ohne auf die nummer zu gucken, völlig klar war, daß nur sie das sein kann!)

obwohl ich schon bei dem gespräch komplett auf die ‘wir-feiern-an-der-ostsee’-tour aufgesprungen bin, hab ich mir bedenkzeit erbeten bis ende des monats. also nächsten mittwoch. (ohmygodness! und mir ist nicht mal mehr aufgefallen, daß es AllHallowsEve meint! obwohl ich das groß feiern will! omg!)

mein bedenken: wenn es bei ihr, meiner schwester stattfindet, ist es nicht meins. aber schon in unserem telefonat ging es darum, daß es auch meins werden könnte. gut, bei einem lokal, wo es _auch_ einen raucherinnenraum gibt, stieg sie komplett aus. aber die hat schon 1991 gehustet, wenn ein wort nur mit ‘z’ anfing…

meine frage also nur noch: mache ich einfach und nur mit maBelle (so sie frei kriegt) mit, als anhängsel-zwilling. oder mache ich richtig mit & lade auch freundinnen ein, kümmere mich um die DJane (da hätte ich nämlich schon ‘ne idee, das wär ein traum!) und mache das zu unserer party (weil eben meine auch?)…

wie ich das alles bedenke & durch den flur laufe, fällt eine kralle aus ‘dem rahmen’:  ich habe mir im frühsommer diesen jahres zusammen mit einer h(p)exenfreundin eine junge krähe, die wir gefunden haben, präparieren lassen. sie war zu jung (zu weich) für das köpfchen. aber wir bekamen je zwei flügel, die krallen und den gefederten schwanz. und diese kralle sollte mir magisches mittel/werkzeug/hilfe werden. aber ich hatte mich noch nicht näher damit befaßt & deswegen landete sie auf einem bildhalter von einem bild, das mir wichtig ist. (und das, wo ich in einem online-rollenspiel meine angriffswaffe als hühnerkralle hab personalisiert!)
und bei genau diesem thema fällt diese krähenkralle runter. aus dieser blöden situation, wo ich sie bloß parken wollte.

scheint also wichtig zu sein. nein, scheint auch gut zu sein, das thema!

also: hätte eine von euch lust, meinen/unseren geburtstag anner ostsee zu feiern? meine schwester kümmert sich gerade um die “scheune”, die ein paar schlafplätze zu jugendherbergsqualität und etwa 10 euro die nacht bietet, komfortableres gibts um die zeit wohl da oben zuhauf…

tomatenposting

also, ich hab dieses jahr ziemlich rechtzeitig tomaten gesät. sind auch aufgegangen. vereinzeln. aussortieren hab ich so gemacht: urlaub stand an, also kamen die starken in töpfe für ‘immer’, die schwächeren hab ich in ihrem aussaat-körbchen gelassen & mit in die arbeit genommen, damit die dort weiter gegossen werden, falls die starken mir meinen Hiddensee-urlaub übelnehmen. die starken für den urlaub mit flaschen-kost ausgestattet (und dabei gelernt: funzt prima! aber plasteflaschen sind’s nicht so, weil die, statt luft reinzulassen, einfach ihre form schrumpfen.)

und nach dem urlaub sind die 3 starken auf meinen frz. balkon gewandert: eine kam in einen plaste-eimer, in dem mir meine mutter letztes jahr eine tomatenpflanze schenkte, nachdem meine nicht aufgegangen waren direkt neben einen Ficus, eine in die pflanztasse, in der letztes jahr wider erwarten eine von meinen doch noch wurde und die dritte in einen andern größeren topf. merkwürdigerweise hat sich erstgenannte sofort mit dem ficus verwoben oder ich-weiß-nicht-was & gedeiht – wie eine große liebe. (ich wollte die da doch noch mal raushakeln, weil ich dachte, der ficus nähme der doch die sonne & sonne wollen die doch, aber da war schon nach wenigen tagen nix mehr zu machen – ich werde diese tomate wohl im herbst mitsamt dem ficus wieder reinnehmen & sehen, wie lange diese liebe hält…

dann kriegten wir ‘ne krise: nix ging & unter mir auf dem balkon sah ich schon kleine früchtchen! und meine blühten nich ma mehr! aber dann kamen sie doch: bei der liebsten vom ficus zuerst & ganz heftig – die nachbarn unter mir sind unterdessen verreist & ich hab schon mehrmals darüber nachgedacht, ob ich nich mit meiner gießkanne mal darunter zielen sollte – aber der diesjährige sommer gießt ja doch ab und an ;-) und jetzt blüht auch eine der anderen & die liebste vom ficus hat schon 2 winzige kullerchen!

ich bin stolz wie bolle & werde bei gelegenheit mal photos machen…

wohnungsbesichtigung, die 1.

schon im frühling, nachdem er uns die schönen alten fenster bei lebendigem leibe mit plastefenstern ersetzt hatte, kündigte uns mein vermieter an, daß er uns in 3, 4 jahren wegen eigenbedarfs aus der wohnung haben wolle. fairerweise hat er uns das jetzt schon angekündigt & damit wir uns “bald was suchen können, weil wohnungen immer teurer werden”. ja, werden sie, weil solche knalltüten (wie er) die aufkaufen, billigst (meist tot-)sanieren & anschließend die preise in die höhe treiben!

aber ich hab nix gesagt. dagegen klagen könnte ich vielleicht sogar, aber die kraft & nerven habe ich nicht, ich bin ja nicht mal mehr mit meinem widerspruch gegen eine unzulässige mieterhöhung durchgekommen – er stand nämlich plötzlich vor der tür, drohte & ich stand im bademantel und völlig unvorbereitet in denkbar schlechter position da.
maBelle ist der typ sowieso völlig unangenehm & das wäre doch ‘ne chance, diesmal eine wirklich passende wohnung (sprich: mit badewanne, balkon und vernünftig durch 2 personen teilbar) zu finden.
auch wenn ich nie wieder umziehen wollte: ich treibe mich also seit geraumer zeit auf immobilien-seiten herum. neben der panik vor dem streß, den so ein umzug mit sich bringt, dort dann die panik: etwas bezahlbares passendes gibt es gar nicht mehr! wenns paßt, isses zu teuer, wenn ich/wir es bezahlen können, paßt es nicht. aber gut, wir haben ja noch ein wenig zeit, also lassen wir es langsam angehen: noch können wir nach der “perfekten” bude suchen, wenn wir in zeitnot und/oder geldnot geraten, wird das alles schwieriger & wir landen wieder in so etwas wie dem hier: ‘jetzt laß ich mir doch von dem häßlichen badezimmer nicht diese schöne wohnung vermiesen?!’, dachte ich mir & daß so ein ‘französischer balkon’ auch keinen echten ersetzt, ging mir auch nicht gleich auf – aber nach einigen jahren hier muß es in der nächsten wohnung besser sein! (maBelle sagt ja zu dem bad, daß sie keine lust mehr habe, immer “wie ein crabb” da rein zugehen: es ist nur seitwärts zu betreten. nicht nur für dicke, auch für völlig normalbreite leute!)

also gestern die erste wohnungsbesichtigung gehabt. preis: so wie jetzt. quadratmeter: so wie jetzt. badewanne, 2 zimmer (jetzt: 4), küche nicht sichtbar & nicht beschrieben. die features: 2 balkone! und die wohnung im unteren geschoß (es gibt 2 in einem haus) hatte ziemlich ungemachte wände – es wurde ein zuschuß zur renovierung in aussicht gestellt. auf so ungemachte wände bin ich ziemlich scharf – ich habe sogar schon literatur zu rate gezogen, wie ich sowas künstlich selbst an die wand malen kann, hatte also den plan, statt des renovierungszuschusses eine ausreichende mietfreie zeit rauszuschlagen, damit wir so langsam umziehen können, wie ich nu mal langsam bin & nur eine wand in meinem zimmer türkis-grün zu streichen & die anderen so en nature zu lassen…
besichtigungstermin: nur donnerstag 15:00 uhr. wie leute, die arbeiten, das schaffen sollen? und gegen die sogenannten “Hartz-IV-empfänger” hatte sogar dieser hausmeister was, wie sich im gespräch rausstellte. der war aber auch erstmal gleich nicht da, nur eine andere interessentin. nach einem viertelstündchen hab ich ihn mal angerufen & der meinte glatt, daß er das heute nicht mehr schaffe. täte ihm leid, aber er habe ja keine rückrufnummer gehabt. (wieso, ich hab den immer nur auf’m händi angerufen, das speichert ja wohl die nummern?) nachdem ich mich selbst als ratlos hingestellt habe & sagte, daß da zwei interessentenparteien warten, meinte er, er käme in einer halben stunde… nach 1 1/4 stunden kam er!
mit wohnungsinteressenten kamma wohl genauso umspringen wie mit patientinnen oder arbeitslosen?

die zeit hat aber ausgereicht, um mir die gegend gründlich zu verleiden: 2 große 4-spurige straßen kreuzen da & werden auch viel befahren. ich selbst kannte die kreuzung von autofahrten durch Berlin: ein knotenpunkt! also laut! und häßlich noch dazu: wohin du auch guckst: häßlichkeit. ich sagte also schon vorher: die bude muß der absolute hit sein, ansonsten kann ich mit der umgebung & dem lärm echt nicht! eine chance wäre noch gewesen, daß eins der zimmer in eine seitenstraße abgehen würde, wo tatsächlich sogar bäume stehen. war aber nicht so.

die wohnung (die untere, mit den ungemachten wänden) war klasse! dolles treppenhaus, schöner stuck an der decke, das parkett noch aus der zeit des hausbaus (gründerzeit, würde ich sagen), in einem zimmer noch ein zauberhafter alter kachelofen in ecru mit goldenen verzierungen. ein zimmer größer, das andere mit besagtem ofen und balkon. bad klein, aber mit wanne. küche so groß, daß sogar eine kleine sitzecke platz drinnen gefunden hätte, eine kammer an der seite (damit das bad licht bekommt) und von der küche ab der 2. balkon. allerdings insgesamt so klein, daß ich mich echt frage, ob sich mein derzeitiger vermieter, bei dem wir auch auf ungefähr 90-100 quadratmetern hausen, derartig zu unseren gunsten vermessen hat, oder ob diese wohnung einfach ungünstig geschnitten war? aber das AUS für die wohnung ist die umgebung: sowie ein fenster oder ein balkontür auf war oder du gar auf den balkon trittst: lärm! die aussicht auf allen seiten: die häßlichste straßenkreuzung von ganz Berlin samt einem neuen schuh-center (dessen wirtschaftlicher aspekt sich mir auch nicht so ganz erschließt, wer soll da, bitte, schuhe kaufen wollen?). und auf dieser kreuzung (zweier vierspuriger & einer zweispurigen straße, wie gesagt), ist auch ordentlich verkehr. und ich weiß, daß die auch früh um 6 hupen und daß laster auch durchaus nachts fahren. maBelle führte als argument ein, daß das abends da ruhiger wäre. aber ich schaffe mir doch nicht 2 balkone an, auf denen ich nur nachts sitzen kann, wo ich keine wäsche aufhängen kann, und wo ich dem basilikum & den tomaten nicht über den weg traue?

und es wäre eine eindeutige räumliche verschlechterung gewesen: von 4 zimmern (die so auch nicht gut teilbar sind & deshalb schlecht von uns genutzt werden) auf 2 zimmer. solange wir noch zeit haben, träume ich weiter: von einer 4-zimmer-wohnung.
das war so schön, als Mrs. Atlantis & ich beschlossen hatten, nach Berlin zu ziehen, wollte ich ihr irgendwie vorsichtig eröffnen, daß ich mir das nicht so vorstelle, daß wir da so wie ein pärchen wohnen: schlafzimmer, wohnzimmer, (arbeitszimmer vielleicht noch,) küche, bad; sondern daß ich gerne für mich 2 zimmer… *rumdrucks* und *umständlichwerd* – und es war ein so befreiendes gefühl, als sie gleich sagte: ja natürlich brauchen wir 4 zimmer! 2 für dich & 2 für mich!

maBelle ist da anders drauf – die würde vermutlich auch mit ihrer liebsten in einem erdloch leben können… nun, inzwischen hat sie mich als liebste, das is’ ein bissel was anderes & inzwischen nervt sie auch, daß noch immer mein schrank in ihrem zimmer steht (war vorher mein zimmer), und vielleicht wird uns bei dieser gemeinsamen wohnungssuche auch ein wenig klarer, wie unsere freiheitsgelüste (vorrangig mein part) und zusammensein-wünsche miteinander umgehen. ich wünsche mir öfter mal, allein sein zu können. ist absolut nicht maBelle’s ding. da könne sie auch gleich single sein (so in etwa). meine idee, als sie nach Berlin kam, daß wir in zwei wohnungen leben könnten (allerdings in der nähe, fußläufig erreichbar oder etwa über einen flur oder einen hof), hielt sie für völlig abwegig. und ich gebe inzwischen zu, daß ich nicht nur aus wirtschaftlichen (und ökologischen) gründen ein zusammenleben für sinnvoll erachte (küche, waschmaschine & badezimmer sind einfach gut zu zweit oder zu mehreren benutzbar, wenn die ansprüche in etwa zusammenpassen – ich sag nur: zahnpastatube oder haare-im-abfluß)…

aber das war erst die erste wohnungsbesichtigung. vielleicht brauchen wir für sowas auch übung. ich weiß beispielsweise noch nicht, wie vermieterInnen auf gehaltsbescheinigungen von der rentenkasse reagieren.
aber mein plan, meine/unsere wunschliste für die zukünftige, ideale wohnung zu schreiben, zu veröffentlichen & vermietungsgesellschaften-, genossenschaften & -firmen persönlich zu geben, wird mir immer wichtiger: ich glaube, daß es das, was ich für uns suche, gar nicht auf immobilien-seiten auftaucht. (und maBelles wünsche? die sagt glatt ‘nein’, wenn es nicht paßt. doch echt, sowas kann sie!)

hundeangst

aber, wie gesagt, ich habe angst vor hunden. und ich merke mit den jahren, daß das von meiner gesamt-verfassung abhängt. manchmal kann ich mit hunden, manchmal nicht. es gibt zeiten, da macht mir das überhaupt nix aus, aber zur zeit bin ich ziemlich dünnhäutig & hab mitgekriegt, daß ich ziemlich mit schock & angst auf hunde reagiere. leider hab ich noch keine regel oder ein gesetz für meine hundeangst feststellen können: meine cousine (väterlicherseits) Rosa N. hatte lange jahre 2 hunde: eine schwarz-weiße cocker-spaniel-prinzessin & eine große schwarze, vom format her wie schäferhund, aber sicherlich gemischt, war viel dünner & weniger fell. erstens mal war meine cousine die erste, die (für mich) adäquat auf meine hunde-angst reagiert hat: auch wenn ich mit den hunden schon gekonnt habe, hat sie mich dennoch immer gefragt, wieviel ich kann & was nicht, sie hat nie auch nur ‘aus versehen’ oder weil ‘geht doch jetzt’ die tür offen gelassen oder so. sie hat meine angst & meine befürchtungen akzeptiert & mich trotzdem respektiert. dafür war ich schonmal dankbar & das hat es mir auch einfacher gemacht: ich wußte einfach, daß ich mich auf ihren schutz verlassen kann & daß sie niemals sowas dussliges wie ‘der tut doch nix!’ – während der hund zähnezeigend auf mich zuschnürt – gebracht hätte. aber genau mit diesen hunden ist mir folgendes passiert: daß ich geklingelt habe, die 2 frauen sind mit den 2 hunden auf den hof gekommen, wir gleichzeitig zur tür rein (Berliner hinterhof-situation), ich war in einer ähnlich desolaten stimmung wie jetzt auch, Kira (die große schwarze) war sowieso eine geschundene tierheim-seele & empfindlich, findet auf dem hof menschen vor & bellt. bei mir liefen sofort alle schlechten filme ab & die angst im blut (ich spür die inzwischen. also das, was die hunde da riechen, ich merk das: aber tun kann ich auch nix dagegen), reagiere natürlich auch völlig falsch (z. b. nehme ich immer die arme hoch, wenn ich angst vor hunden hab. is falsch. weiß ich. ich bin aber doch inzwischen froh, daß ich nicht davon renne!) naja, für das wochenende war meine beziehung zu den hunden merklich gestört…

achso, was an Rosa N.’s hunden noch gut war: die lebten mit einem kater zusammen (nämlich meinem ‘enkel’ - einem sohn meiner ersten katze) und deswegen gab es immer an der küchentür einen kleinen riegel, der die küchentür nur für katzen passierbar machte, hunde kamen da nicht durch – da war ich immer sicher…

jetzt ist die frage natürlich: wie konnte ich maBelle in Frankreich besuchen, in ihrem kleinen häuschen mit ‘ihre süße große ‘unde’? nun, ich habe sie um ein photo von den hunden gebeten. und irgendwie hat sie es geschafft, mir ein bild zu schicken (oder überhaupt erstmal, so eins zu machen!), auf dem die beiden wesentlich kleiner erschienen als sie in wirklichkeit sind. ich frage mich noch heute, wie dieses bild zustandegekommen sein mag: hätte ich gewußt, wie groß die wirklich sind, ich wäre sicherlich nicht gefahren… ich gebe auch zu, daß ich mich, nachdem ich den flug nach Paris gebucht hatte, öfters mal in phantasieen wiederfand, wo ich nur auf den schränken, dem kamin (der war auf dem photo zu sehen) oder anderem mobiliar gesehen habe: ich befürchtete, eine woche in angst und ausschließlich auf der ‘katzen-etage’ zu verbringen. aber ich bin hin!

und da kommt der teil mit der erziehung und mit der kommunikation von frauchen, hunde-ängstlicher & den hunden: die hunde haben gebellt, als das auto vor der tür parkte. das tun sie immer. erstens besteht dieser ort nur aus 3 höfen an einer sackgasse: da hält also niemals was aus versehen, zweitens erkennen die natürlich ihren wagen & drittens ist das (glaube ich) die einzige chance, wo sie mal bellen ‘dürfen’: sinnloses im-haus-gebelle oder wegen hasen im garten ist ihnen nicht erlaubt, wenn frauchen zuhause sind. aber wenn sie vor der tür sind: naja, da müssen die doch begrüßt werden! die tür, wo die hunde meistens rausrennen, ist die gartentür. die küchentür ist der haupteingang zum haus & die hunde gehen da selten raus oder rein, nur frauchen & besucher kommen da rein. und wenn welche davon kommen, dann hören die das. also stehen die da, schwanzwedelnd. diese tür führt auf einen schmalen pfad zwischen spüle & herd – wie in einer neubauwohnung eine küche in etwa bemessen ist – und da stehen dann die hunde. aber weil da auch durchaus frauen mit wasserkästen, säckeweise einkäufen etc. reinlaufen, sind sie so erzogen worden, daß sie sich auch verziehen… nach hinten & in den offenen raum des hauses.

da habe ich sie dann kennengelernt. und konnte mit ihnen. kann sein, daß ich verliebt war, kann sein, daß ich gut drauf war: aber ich habs hingekriegt. es gab nur ein einziges mal dieses angstgefühl: ich stand gerade an den handtüchern & hab mir die hände abgetrocknet & blieb da stehen, bis Isabelle wieder auftauchte & im nachhinein muß ich lachen, weil ich weiß, wie es zustande kam: die hunde sind sehr praktisch erzogen worden: weil die damen öfters mal was zu tun oder was in der hand hatten, wurde ihnen beigebracht, mit einer hand gestreichelt zu werden. beide hunde mit einer hand! und – frauenhaushalt? oder machen männer das auch? – weil frau da zeit hat: auf’m klo. ich habe später mitgekriegt, daß die hunde gewöhnt sind, wenn frau auf’m örtchen ist, gestreichelt zu werden: Rocky läuft nach hinten, weil er hat es gern am hintern, Ruby bleibt vorn weil sie es gern im nacken hat. aber für beide ist der moment, wo ein wesen mit händen sich auf diesen ort setzt, ein sicheres zeichen dafür, daß sie jetzt ihre streicheleinheiten bekommen! – und maBelle hatte die tür zu gemacht! sie hatte eine fast fremde frau im hause, mit der irgendwie sowas wie ‘verlieben’ in der luft lag – mir ist völlig klar & logisch, warum sie die klotür zugemacht hat. sahen Ruby & Rocky anders. die sahen sie da hineingehen, in diesen hort der hundezärtlichkeiten und wollten hinterher. und die macht die tür zu! da blieben sie natürlich wie angenagelt stehen & schauten zu mir, die ich gleich daneben (an der wand mit den küchenhandtüchern) stand & wollten von mir wissen, was, zum-kuckuck, in ihre frau gefahren sei? und das hab ich einfach ausgehalten (ich lasse meinen film mit zähnen, blut & lefzen über meiner halsschlagader mal außen vor). bin stehen geblieben & hab meine hände 10 minunten lang abgetrocknet & hab gewartet, daß maBelle da wieder rauskommt.

später hab ich gelernt, daß die beiden sogar angst vor mir hatten & ich hätte es ohne die erklärung ihrer frauen nicht mal mitbekommen: das war ein sommer mit ziemlich vielen fliegen. und ich hab eigentlich nichts gegen insekten (außer motten!) und bin eher eine von der postkarten-glas-fang-rausbring-fraktion, aber da war ich extrem genervt von den fliegen & ging denen mit einer fliegenklatsche zuleibe. (zumal waren die damit sogar zu töten! entweder die sind in der gegend oder in diesem sommer so doof gewesen: ich kenne es eigentlich nicht, daß sich viele fliegen mit einer fliegenklatsche umbringen lassen…) was ich nicht merkte: die hunde, die immer unsere nähe suchten, waren plötzlich unsichtbar. ihre frauen (die sie aufgezogen hatten), wußten, wo: hinter der küche versteckten die sich! die hatten angst vor der fliegenklatsche! und obwohl sie bei diesen frauen geboren worden waren & zusammen mit ihren eltern (beides die hunde der beiden frauen) dort all ihre prägung abbekommen haben, konnte mir keine erklären, warum. das hat mir die ganze sache noch sympatischer gemacht: vielleicht kann ich meine ängste nicht komplett mit kindheitsgeschichte, aufzucht oder familie erklären (zum beispiel diese hundangst), vielleicht geht es anderen wesen aber genauso. und vielleicht kann ich manches davon klären oder ein wenig in eine angenehme richtung rücken – dabei haben mir Ruby & Rocky ziemlich geholfen! aber manches bleibt auch unerklärlich: wenn Kira (die schwarze, große hündin meiner cousine) mit ihrer unbekannten, aber sicher schmerzhaften vergangenheit ängstlich-aggressiv auf mich reagiert, ist das verständlich & mit ihrer gewalttätigen vergangenheit zu erklären. wenn aber hunde, die in ihrer hunde-und-menschen-ursprungsfamilie zärtlich und liebevoll aufgewachsen sind, auf das klatschende geräusch einer fliegenklatsche auf ledersofa so ängstlich reagieren, bleibt für mich nur eins: manches ist einfach so. da hab ich nix falsch gemacht & andere auch nicht. aber ich kann manchmal meine angst vor hunden überwinden. und dann gewinne ich sie mir auch zu freundInnen… hach, da sollte ich doch mal einen blogeintrag für all die hundwesen schreiben, mit denen ich mich schon angefreundet habe… oder sie sich mit mir?

seelenpfuscher?

in meiner bücher-kategorie ist aber auch lange nichts passiert, also los! gerade gelesen: “Die Seelenpfuscher | Pseudo-Therapien, die krank machen” von Heike Dierbach.

ausgesucht hatte ich es, weil ich einen abschnitt zu Bert Hellingers Familienstellen drin gesehen hatte, aber auch zu anderen psychotechniken, die mich durchaus schon mal gereizt haben, steht etwas drin. beispielsweise habe ich selbst die “Bestellungen beim Universum” und anderes von Bärbel Mohr begeistert gelesen, “The Secret” auch, wobei mir das schon von alleine ein ungutes gefühl gemacht hat. bei Bärbel Mohr war es vor allem auch die positive stimmung, in die sie mich als leserin versetzen konnte, ansteckender optimismus, auch das kann ja eine besserung der lebensqualität verursachen. ihre späteren werke habe ich nicht mehr so mitbekommen, wohl aber ihren tod fassungslos aufgenommen und war erstaunt über die bis hin zur boshaftigkeit reichenden reaktionen in der eso-szene.

“The Secret” ging mir wohl schon deswegen zuweit, weil es dich halt auch für unglück, krankheit und unfälle verantwortlich macht. ja, ich hab mir ab und an mal einen parkplatz gewünscht. aber beispielsweise nicht meine krankheit (Bärbel Mohr hat das vermutlich auch nicht getan) und den leuten an solcher stelle dann schuldgefühle einzureden halte ich für extrem verantwortungslos. “keine krankheit habe ihre ursache im stofflichen bereich” stimmt einfach nicht: wenn mir wer zuviel Belladonna ins essen mischt, dann kann ich sehr wohl nix dafür, wenn ich daran elendig verende! und wenn einer von den Secret-verfechtern etwa behauptet, hungernden kindern in Afrika müsse er nur mal “The Secret” beibringen (und dann könnten sie sich ihr essen auf den tisch wünschen oder wie?), dann ist das zynisch und schlicht bösartig (und ich wünsche mir den Knüppel-aus-dem-Sack, der ja zum Tischlein-deck-dich und zum Goldesel ebenso dazugehört)! (Seelenpfuscher, S. 103)

Heike Dierbach geht in dem buch auf folgende methoden oder techniken ein:

  • rebirthing
  • festhaltetherapie
    von dieser bösartigen methode hab ich ja noch nie gehört und wenn, wäre mir auch ohne diese lektüre das messer in der tasche aufgesprungen! derart gewalttätige ansinnen gehören doch bitteschön nicht zu den gutmenschen, für die sich esoterikerinnen an sich halten??! ich verstehe es nicht!
  • familienaufstellung nach Hellinger
  • The Secret
  • Hoffman-Quadrinity-Prozess
  • Reinkarnationstherapie
  • The Work nach Byron Katie Reid
  • Channeln / Engeltherapie
  • Fernheilung

jede dieser methoden oder techniken wird mit einem beispiel und einem möglichen sitzungs- oder prozessverlauf dargestellt, ursprung und methode erklärt, zum beispiel, daß beim familienstellen Virginia Satir die eigentliche ‘urheberin’ ist (die inzwischen vermutlich im grabe rotiert, die arme, angesichts dessen, was heute daraus entstanden ist!), dann wird das heilsversprechen ausgewertet, die ausbildung der praktizierenden oder lehrenden untersucht und kosten & dauer dargelegt. anschließend – schließlich soll das buch diese praktiken entlarven, beleuchtet die autorin das seelische risiko, wobei ich es angenehm finde, daß sie nie so reißerisch schreibt, als würde nun wirklich jede zweite, die bei so einem prozess mitmacht, anschließend in psychatrie, suizid oder psychose landen, sie achtet hingegen auch genau darauf, ob die patientinnen achtsam behandelt werden und bewertet beleidigung und beschimpfungen als das was sie sind und nicht als therapeutisch notwendig.

sie stellt die  möglichen seelisch-psychologischen erklärungen dar, wobei ich finde, daß sie den placebo-effekt zu sehr abwertet. sicherlich ist der wissenschaftlich einfach zu erklären, aber ich halte ihn auch für extrem wichtig, eben weil er die selbstheilungskräfte der patientinnen aktiviert und die sind m. e. weitaus höher zu bewerten, weil ich glaube, daß sie auch umgekehrt funktionieren: wenn ich nicht an die heilmethode glaube, dann können auch schulmedizinische oder wissenschaftlich bewiesene therapieversuche nicht nicht wirken!

wo es möglich oder angebracht ist, schreibt sie dann auch zu möglichen alternativen oder verwechselbaren therapien, so erklärt sie zum beispiel sehr klar, daß die “familienskulptur” (wie Satir das nannte) eine wirksame methode innerhalb einer therapie sein kann und macht deutlich, wie schwierig es inzwischen geworden ist, “gutes” systemisches aufstellen von “schlechtem” zu unterscheiden, schon deshalb, weil sich die familienaufsteller nach Hellinger zu gerne in die nähe der fundierten systemischen therapeuten setzen:
es gibt die SG (Systemische Gesellschaft)
und die DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie) und die Hellinger-basierten leute haben sich
unter dem kürzel DGfS (Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen) zusammengefunden – mir wird langsam klar, warum ich nie vermochte, die spreu vom weizen zu trennen… (und witzigerweise sind sie mit dem kürzel auch nicht mehr bei wikipedia vertreten. die website selbst heißt auch ‘familienstellen’… da haben wohl ein paar advokaten ein bissel personen in einem großen raum aufgestellt ;-) … oh, aber dabei sind sie noch mit anderen zusammengeraten: dasselbe kürzel wird von einer sprachwissenschaftlichen wie auch einer finanzplanungsinstitution verwendet. die ham also nur vergessen, diese abkürzung mal auf die höhere ordnung hin zu überprüfen *eg*)

hier erinnert Dierbach mehrfach auch andere stellen an ihre verantwortung, menschen und vor allem solche, die nach seelischer hilfe suchen und sich damit ganz offensichtlich in notlagen befinden durch amtliche stellen, institutionen oder ämter zu schützen: wieso können Hellinger-aufstellungen in volkshochschulen stattfinden, wieso stehen dessen bücher in bibliotheken (& uni-bibliotheken!) zwischen wissenschaftlich fundierten und nachgewiesen funktionierenden methoden (sie schlägt vor: parapsychologie ,-) ) und beschreibt, wie sich universitäten vereinnahmen lassen und ausgebildete psychologen und therapeuten allzufreiwillig in die nähe des Hellinger-familienstellen begeben, so daß der begriff a) inzwischen sozusagen völlig verbrannt ist für die familienskulptur nach Satir und ähnliche therapeutische ansätze, die ohne den zynismus und die aggression Hellingers arbeiten, b) für ratsuchende oder gar hilfebedürftige ein unterschied kaum noch auszumachen ist und c) die nähe zu psychotherapie und -therapeuten den gesamten berufstand und die psychotherapie an sich ernstlich in verruf bringen.

nachdem ich das alles geradezu verschlungen hatte, war ich erfreut, noch mehr informationen in dem buch vorzufinden, und zwar: eine beschreibung von psychotherapie und ihren formen und methoden mitsamt einer ausführlichen erläuterung, wie die wirksamkeit solcher methoden schulmedizinisch und wissenschaftlich nachgewiesen wird und und wie die institutionen arbeiten, die solche methoden (zum beispiel für krankenkassen) zulassen oder halt nicht. dabei ist mir beispielsweise klar geworden, daß es nicht machbar ist, innerhalb von 2, 3 jahren die heilversprechen von verfahren wie Reiki, Feldenkrais oder Wassershiatsu (heilarten, von denen ich was halte) so zu beweisen, daß sie auf ganze bevölkerungen und auf tausende von verschiedenen heilerinnen angewandt werden können. was schlicht sein muß, wenn ein system wie das der krankenkassen dafür bezahlen soll. was mir dabei aber fehlte, waren hinweise darauf, daß “recht hat, was heilt” und daß die nicht-zulassung nicht gleichbedeutend ist mit nicht-wirksamkeit: akupunktur und akupressur sind inzwischen (zumindest teilweise?) zugelassen, was den tausenden von leuten, die sie bis dahin auf eigene verantwortung anwenden haben lassen und selbst bezahlen mußten, recht gibt. und so erklärt sie auch, daß diese langsame und offensichtlich schwerfällige schulmedizin durchaus auch für neuerungen offen ist: in diesem buch wurde mir (endlich, wird maBelle sagen) erklärt, wie EMDR funktioniert und daß es signifikant wirksam ist. (und was signifikant ist & warum es wichtig ist.) [erklärung: maBelle möchte schon lange, daß ich EMDR mache und meinte als erstes, daß das eben “schnell helfen würde”. und ich bin halt mißtrauisch gegenüber allem, was schnell helfen soll, was mir die lektüre dieses buches nur wieder bestätigt. nichtsdestotrotz halte ich mich noch immer für die falsche patientin für EMDR: es ist für extreme traumata und besonders bei schlimmen flash-backs. aber ich habe keine flashbacks urplötzlich und scheinbar ohne anlaß mitten im leben. aber ich denke jetzt noch ein wenig mehr über diese therapiemethode nach…]

meine kritik: die kapitel channeln/engeltherapie & fernheilung hätten mehr ausdifferenziert werden müssen: nicht, daß ich mich in der esoterik-szene super gut auskenne, ich habe solcherlei kurse, seminare oder begegnungen nicht bis kaum mitgemacht (laß mich zählen… 1 kurs in den letzten 10 jahren und zwei, drei Feldenkrais-wochenenden), aber ich lese oft und gerne in den heftchen, in den kostenlosen, mein connection-abo ist zu lange her… (die connection ist aber das einzige heft, daß ich durchweg gut finde, eben weil es die eigenverantwortung ins zentrum setzt.) und ich denke, daß durchaus auch andere wesenheite als nur engel ‘gechannelt’ werden. engel sitzen für mich ganz nah oder im christlichen glauben & denken. und daher hätte über engel auch im christlichen kontext geschrieben werden müssen. und dabei durchaus auch beleuchtet werden können, inwieweit oder -fern die kirchen oder der christliche glaube am heilungsprozess mitarbeiten können oder nicht. ich weiß, daß es christliche richtungen gibt, die ihren leuten arztbesuche, chemotherapie oder blutübertragung verbieten. das könnten sie nicht tun, gäben sie nicht auch ein alternatives heilversprechen ab. aber gut, vielleicht sind die kirchenaustritte und kirchenflucht ein deutliches zeichen dafür, daß die meisten teile der bevölkerung davor nicht mehr gewarnt werden müssen.
aber ich bin mir sicher, daß auch andere wesenheiten “gechannelt” werden. die technik channeling nur mit den relativ harmlosen wenn nicht sogar gutartigen engeln in verbindung zu setzen, halte ich für unüberlegt.
im kapitel “fernheilung” taucht auch Reiki auf. ich weiß, daß leute das durchaus als fernheilung anbieten und anwenden. und obwohl ich 2 frauen kenne, die es auch als fernheilung praktizieren, muß ich zugeben, daß ich nicht an die fernheilung glaube. wohl aber an Reiki, weil ich das einfach schon erlebt habe. und ich habe es als positiv und heilsam erlebt. und es hat gewirkt! und an der stelle ist mir Dierbach “zu schulmedizinisch” und “auf einem auge blind”: sie erwähnt Reiki nur im fernheilungsprozess und degradiert damit das gesamte Reiki als unwirksam und hokus-pokus, womit leute nur geld schneide(r)n wollen. dabei könnte sie an der stelle, wo sie schon beschrieben hat, daß der placebo-effekt durchaus helfen kann und daß es an sich gut sein kann, selbstheilungskräfte zu aktivieren und daß die schulmedizin zu wenig zeit für ihre patienten hat, doch durchaus beschreiben, daß die hinwendung zur patientin hilfreich und heilsam sein kann, sei es durch zuhören oder halt handauflegen.

nein, das war nicht die absicht des buches, stimmt schon, sie wollte krank-machende therapieen aufdecken. aber an der stelle hat sie vergessen zu erwähnen, daß auch berührungen heilen. es ist nur so unheimlich schwer, von ärztlicher seite noch ‘ne massage verschrieben zu bekommen… oder daß dich überhaupt mal wer anfaßt…
und es ist unheimlich schwer, patientinnen an ihre eigenverantwortung zu erinnern. was Dierbach durchaus die ganze zeit macht & versucht! du bist für deinen körper & deine seele in erster linie selbst verantwortlich. und wenn du dafür hilfe brauchst (arzt oder heilerin), dann sollten die gefälligst gut sein. das buch beschreibt, daß es leute gibt, die dafür nicht taugen. daß die, die laut system dazu taugen sollten, auch nicht so gut sind, sein können oder sein wollen, wie das system sich das mal gedacht hat… das paßt vermutlich auch nicht in zwei buchdeckel. aber nicht-schulmedizinisch ist auch keine garantie für qualtität: im gegenteil: das buch zeigt die qualitätsprüfungskriterien für die schulmedizin. und es stärkt die eigenverantwortung. und das ist gut!
verschenkempfehlung? unbedingt! zusammen mit einer kritik an schulmedizin & gesundheitswesen!

theater! theater! und ja, was es sonst so hat…

spiellust und spielfrust, per-rücken und ver-rücken an einem abend, hinterher mit den darstellerinnen noch in ‘kamin & wein’ (oder vice versa) und hinhören, zuhören, zulassen (wieso haben im deutschen die sachen, die mit aufmachen zu tun haben, ‘zu’ im wort??) zulassen hat doch garantiert was mit dem schließmuskel zu tun. oder mit dem beckenboden?? zulassen ist doch aufmachen? zuhören genauso! gut, beim zuhören könnte ich das ‘zu’ noch mit der nähe, mit dem hinneigen in verbindung kriegen…
spiellust, schlechte regie, starke ambitionen, die von korinthenkackerinnen gebremst werden… macht jedenfalls tolle gespräche!

und dann kommt die sprache auf einen ex-kollegen, die eine alte/nichtneue/vorhergegangene freundin als praktikumschef ihres sohnes neu kennenlernen mußte…
und mit einemmal liegt es klar vor mir: die jungen männer, die wir als praktikanten hatten… die merkwürdige bindung, ja anhimmelei, die die für diesen chef an sich hatten. die eigenartige bindung dieses mannes zu seiner mutter, die permanent präsent zu sein schien, nie wirklich auftauchte und sich (vor allem in seinem reden) nur für tiere (besonders vögel) zu interessieren schien.
ich war damals neu im leben als menschenfrau. und ich mußte mich damit auseinandersetzen, wie frauen als un-weibchen klarkommen. und als lesbe noch dazu. ich glaube, ich habe damals wenigstens gelernt, mit hetero-männern umzugehen. also ich bilde mir ein zu wissen, wie ein hetero-mann auf eine halbwegs attraktive frau zugeht und wie ein hetero-mann auf eine frau, die sich als lesbe bekennt, zugeht. die wege, die meine kollegen und kolleginnen damals gegangen sind, habe ich auch manchmal erst im nachhinein genauer erkannt. oder kennengelernt. aber das jetzt!
es ist nicht so, als hätte mir wer gesagt: der ist schwul. (das war meine erste frage: er ist schwul, oder?) es hätte mir einiges erklärt: wenn er einfach schwul wäre und das trotz des offenen umfeldes von theater-leuten und andern künstlerinnen einfach nicht gebacken bekommt…
nein. pädophil.
erklärt am beispiel eines sohnes, der in dieser abteilung sein praktikum machte und mehr und mehr in das spinnennetz von ‘cool’, vertrauen, was-anderes, scharf und du-doch-auch geriet…
besagter sohn hat die kurve gekriegt. aber ich stehe da und sehe all die jungen praktikanten, die wir hatten, ich sehe die kaputten beziehungen, die wir nicht hatten (aber hätten haben sollen!) und ich sehe vor allem diesen einen jungen mann, ich hab ihm meinen Trabbi geliehen und er hat mir erst hinterher gesagt, daß er die fahrerlaubnis erst einen tag lang hatte… und ich sehe seine anbetung gegenüber diesem chef… und seine jungenhaftigkeit, seine schönheit und seine kraft. oder stärke. oder saft…
ich verstehe auf einmal: ich verstehe die beziehungslosigkeit dieses chefs, was ein grund für mich war, diesen job aufzugeben (was ich bis heute zutiefst bedauere!), die ihn aber auch mit all diesen kolleg/innen, die sich durchaus als seine freundinnen bezeichnen würden, scheitern lassen. und auf einmal verstehe ich, wieso dieser mensch so wirr in der welt steht. er lebt noch heute sehr nah bei seiner mutter und ich dachte immer, eine wie-auch-immer-gestörte mutter-beziehung wäre sein problem. zumal er immer behauptet, hetero zu sein.
den vorwurf, pädophil zu sein, hat er aber mit dem argument, im jugendalter selbst sexuell angegangen geworden zu sein abzuschmettern versucht. wobei ihm wohl nicht klar war, daß die täter immer früher opfer waren und daß dieser mechanismus eben ausschließlich über sexuelle gewalt weitergetragen werden kann.

so. ich dachte, ich kenne keine/n pädophilen persönlich (außer ‘meinem eigenen’ sozusagen)… doch. jetzt kenn’ ich einen. hätte ich früher jederzeit als freund, naja gut… guten kollegen bezeichnet. daß ich ihn für einen wirklich beschissen schlechten chef gehalten habe, daß er weder für seine mitarbeiterinnen, noch für seine fehler wirklich eingetreten ist…
nein, das beschreibt es nicht. sturznormaler typ (was am theater schon selten ist), der einfach bei parties immer anner musik rumdrehen wollte (was so ziemlich spaßbremsend war)…

als wildwasser-orientierte hexe wollte ich mich nie groß um die täter(innen) kümmern. was extrem schwerfällt, wenn du therapie machst oder gemacht hast. aber der jetzt… ich dachte, ich kenne keinen pädophilen persönlich. so richtig per du. (außer meinem eigenen, freilich… ist aber lange her und ich war nicht so klar… ja, Sie können sich das vorstellen…)

und jetzt kenn ich einen. ich hab ihn sogar gemocht! vermutlich würde ich ihn immer noch mögen, wenn ich im in der kantine begegnen würde… das ist nicht ’so einer’.

’so einer’ ist dein guter freund, dein chef, dein onkel, dein mann, dein bruder…

und wir haben noch immer nichts; weder gegen sie noch für sie…

wie es mir geht…

“wie es mir geht
willst du gar nicht wissen
und was ich trinke willst du
schon gar nicht bezahl’n
aber qualen die bringst du
wenn du in mein ohr reinschreist…”
Element of Crime

wie es mir geht, darfst du mich gar nicht fragen. ich weiß meistens nicht, worauf sich die frage bezieht; dieser moment? diese stunde? dieser tag oder dieser tage…?

und wie es mir geht, weiß ich meistens auch erst hinterher: könntest du mich nicht fragen, wie es mir ergangen ist?

ich liebte ein mädchen vom mars…

das sind die kleider aus amerika… ich bedauere sehr, daß wir die nicht behalten haben… die gingen in dem weiter-vererben-rhythmus natürlich den weg aller kleider… aber es gab auch die kleider von Tante Emmely. Kleider von Emmily paßten quasi niemandem. ‘das paßt Tante Emmely’ war sozusagen ein geflügeltes wort für ‘größe 36′ oder was heute so als ideal betrachtet wird. nichtsdestotrotz hat mir Granny mal ein Kleid von ihr vererbt: es war aus kupferglänzendem taft, ein bleistift-kleid, oben corsage. der kupfer-stoff wurde von samt-beflockten linien gekreuzt, 60°-winkel vielleicht, die linien ca. 1cm. breit… mit einem kleinen bolero… wunderschön…

und es kam der tag, an dem ich es entdeckte: du erinnerst dich vielleicht, ich habe in Halle in einer Boutique mit Kostümverleih gearbeitet? und zur faschingszeit war es eigentlich nur noch kostümverleih, ich habe es gehaßt: überstunden, wann immer welche den laden betragen, fingen sie spontan zu kichern an, die haben stunden damit zugebracht, lachend… kostüme kamen oft nicht zurück, waren aber vorbestellt… ach laß es, es war streß. es hat mir den fasching gründlich verleidet. und bestimmt wollte ich auf keine dieser parties gehen! aber da gab es den burg-fasching. burg: burg Giebichenstein, die künstlerInnenschule. und das motte: ‘ich liebte ein mädchen vom Mars’. cooles motto! coole leute dort! aber ich war mit K. zusammen, der schönsten frau von ganz Halle und K. betrog mich (und ich hatte noch nicht über freie liebe nachgedacht, auch nicht über eifersucht oder wie beziehungen überhaupt funktionieren…) und K. kam nicht nach hause. und ich, die kostümverleiherin, bekam lust… lust auf diese party, auf die nacht aller nächte… und ich durchstöberte meinen kleiderschrank (ich versuche _heute_ seltsames, historisches oder kostüme in anderen orten unterzubringen. damals war das immer noch eins…) und ich fand: dieses schokoladen-kostüm. meine güte ‘ein mädchen vom mars’, was sollte mir historisch veranlagter da schon kommen? es kam mir eins: schokolade! ein mars-riegel! und das erstaunliche: ich paßte in das kostüm! es hieß immer: niemand paßt in Tante Emmelies klamotten: ich paßte hinein! der rock saß sexy kurz. dazu hatte ich ein paar schoko-glitzernde absatzschuhe.

es war perfekt! ich war der mars-riegel auf diesem event. ich denke, keine andere war so sexy an dem abend. (naja, vermutlich waren die wirklich sexy frauen auch schon weg - ich pflegte damals spät auszugehen und meine trauer um K. - eigentlich war es mein letzter abend mit ihr, obwohl sie gar nicht da war) machte mich sicherlich noch später…

es war ein wunderschöner abend. ich tanzte heftig mit dem intendanten und hauptschauspieler der freien kommödanten die heftigsten, lyrischsten und wundersamsten sachen, aber ich fiel dabei hin: es war nicht meine schuld, auch nicht mein alkoholkonsum: der absatz meiner highheels rutschte auf einer zertretenen Gauloises-packung weg: PAMMMP! das kam unerwartet, das tat weh, und mein tanzpartner versuchte nur noch, sich entschuldigend wegzubegeben…

aber das wichtigste von diesem abend ist die erinnerung an die momente zuhause in meinem wohnzimmer mit K’s maske in der hand über abschied nachdenkend und dann: so eine wunderschöne feier, wo ich zauberschön war…