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archiv für thema 'wünsche'

krallen & geburtstage

fragt mich mein zwilling, ob wir unseren 80sten geburstag zusammen feiern wollen. großes inmichgehen & michselbstbefragen über tage… will ich ihr endlich antworten. schreib ich so ambivalentes zeugs zusammen, daß ich noch dabei beschließe: ich muß das in meinem blog fragen. weil es – unter anderem – soviele menschen gäbe, zu denen ich kaum oder keinen kontakt mehr habe (zum beispiel wegen meiner verdammten kontaktschwäche. oder freundschaftsunfähigkeit, aber auch aus anderen gründen) & denen ich dann ganz gerne nonchalant den link zukommen lassen würde wollen, die ich aber einladen würde wollen…
ich habe einmal einen 40sten erlebt, wo die sich echt ihre lieblingsessen hat kochen lassen. als catering & im großen stil. da hab ich beschlossen, daß ich bis dahin auch eine echte geburtstagsfeiertradition am laufen habe & das ganz groß feiern werde… ich glaube, daraufhin habe ich meinen 29ten gefeiert. ja, doch, ich erinnere mich an die einladung: der letzte mit ‘ner 2 vornedran… und das war meine einzigste geburtstagsparty, seit ich bei meiner mutter ausgezogen bin.
außer der, wo ich bei meiner zwillingsschwester mitgefeiert habe. was auch irgendwie schön war, aber es war halt auch nur ihre party…
jedenfalls will ich grad einen großen blogeintrag schreiben, wie ichs nun machen soll und was und wo, da ruftse mich an, meine zwillingsschwester. ohne meine mail gelesen zu haben, der rechner is schon aus. (wie sowas immer geht. daß wir zwei frauen, die wir mir immer so verbindungslos erscheinen, plötzlich in derselben sache unterwegs sind. und ich bin auch ans telefon gegangen – mach ich eigentlich nicht – weil mir, ohne auf die nummer zu gucken, völlig klar war, daß nur sie das sein kann!)

obwohl ich schon bei dem gespräch komplett auf die ‘wir-feiern-an-der-ostsee’-tour aufgesprungen bin, hab ich mir bedenkzeit erbeten bis ende des monats. also nächsten mittwoch. (ohmygodness! und mir ist nicht mal mehr aufgefallen, daß es AllHallowsEve meint! obwohl ich das groß feiern will! omg!)

mein bedenken: wenn es bei ihr, meiner schwester stattfindet, ist es nicht meins. aber schon in unserem telefonat ging es darum, daß es auch meins werden könnte. gut, bei einem lokal, wo es _auch_ einen raucherinnenraum gibt, stieg sie komplett aus. aber die hat schon 1991 gehustet, wenn ein wort nur mit ‘z’ anfing…

meine frage also nur noch: mache ich einfach und nur mit maBelle (so sie frei kriegt) mit, als anhängsel-zwilling. oder mache ich richtig mit & lade auch freundinnen ein, kümmere mich um die DJane (da hätte ich nämlich schon ‘ne idee, das wär ein traum!) und mache das zu unserer party (weil eben meine auch?)…

wie ich das alles bedenke & durch den flur laufe, fällt eine kralle aus ‘dem rahmen’:  ich habe mir im frühsommer diesen jahres zusammen mit einer h(p)exenfreundin eine junge krähe, die wir gefunden haben, präparieren lassen. sie war zu jung (zu weich) für das köpfchen. aber wir bekamen je zwei flügel, die krallen und den gefederten schwanz. und diese kralle sollte mir magisches mittel/werkzeug/hilfe werden. aber ich hatte mich noch nicht näher damit befaßt & deswegen landete sie auf einem bildhalter von einem bild, das mir wichtig ist. (und das, wo ich in einem online-rollenspiel meine angriffswaffe als hühnerkralle hab personalisiert!)
und bei genau diesem thema fällt diese krähenkralle runter. aus dieser blöden situation, wo ich sie bloß parken wollte.

scheint also wichtig zu sein. nein, scheint auch gut zu sein, das thema!

also: hätte eine von euch lust, meinen/unseren geburtstag anner ostsee zu feiern? meine schwester kümmert sich gerade um die “scheune”, die ein paar schlafplätze zu jugendherbergsqualität und etwa 10 euro die nacht bietet, komfortableres gibts um die zeit wohl da oben zuhauf…

käfergrün

hab mich schon 2 mal (also in 2 verschiedenen jahren) in grüne-käfer-schmuck verliebt, auf einem kleinkunstfestival, das dieses jahr zu ehren meiner frischkonfirmierten paten(t)nichte stattfand: da macht jemand aus käfern, die im norden Thailands zuhause sind, ohrringe und broschen. die käfer sind schillernd grün, so wie bei uns die schmeißfliegen (die ich schon als kind zauberschön fand) oder die waldkäfer, die aber viel kleiner sind, als diese käfer hier. die viecher haben ein recht kurzes, aber schönes leben: paar tage sex, dann sin’se hin. und danach kommt da wer & sammelt die käferchen ein – also auch kein mord oder so dafür passiert!
bei meiner ersten begegnung mit ihnen konnte ich sie mir nicht leisten & diesmal fragte ich mich: was will ich mit grünen käfern, wo ich nur schwarz trage? gut, die brosche, die aus einem vollständigen käfer besteht, die hätte mir schon sehr gefallen, aber die war mit goldenem metall montiert & ich trage nur silber & mag auch nicht mischen. selbst goldene knöpfe (an meinem schönsten mantel beispielsweise) will ich mit silbernen ersetzen.

wie glücklich war ich, als ein paar tage später Mabel mit so einem tier ankam: in resin (dieses farblose kunstharz) eingelegt, viereckig, als briefbeschwerer oder so: wun-der-bar! schillerkäfer zum angucken & bewundern! (und fühlte mich auch irgendwie so verstanden!)

aber umsomehr freut es mich jetzt, hier zu entdecken, daß auch andere leute dieses grüngeschiller toll finden & darf hiermit auch noch einen meiner lieblingsblogs vorstellen: TotusMel stellt schickes SteamPunk*)-zeugs vor, meistens käuflich (bei etsy) und diesmal mit käfern.

und was gefällt mir am besten? dieses oberteil rechts unten…

*) was ist SteamPunk?

wohnungsbesichtigung, die 1.

schon im frühling, nachdem er uns die schönen alten fenster bei lebendigem leibe mit plastefenstern ersetzt hatte, kündigte uns mein vermieter an, daß er uns in 3, 4 jahren wegen eigenbedarfs aus der wohnung haben wolle. fairerweise hat er uns das jetzt schon angekündigt & damit wir uns “bald was suchen können, weil wohnungen immer teurer werden”. ja, werden sie, weil solche knalltüten (wie er) die aufkaufen, billigst (meist tot-)sanieren & anschließend die preise in die höhe treiben!

aber ich hab nix gesagt. dagegen klagen könnte ich vielleicht sogar, aber die kraft & nerven habe ich nicht, ich bin ja nicht mal mehr mit meinem widerspruch gegen eine unzulässige mieterhöhung durchgekommen – er stand nämlich plötzlich vor der tür, drohte & ich stand im bademantel und völlig unvorbereitet in denkbar schlechter position da.
maBelle ist der typ sowieso völlig unangenehm & das wäre doch ‘ne chance, diesmal eine wirklich passende wohnung (sprich: mit badewanne, balkon und vernünftig durch 2 personen teilbar) zu finden.
auch wenn ich nie wieder umziehen wollte: ich treibe mich also seit geraumer zeit auf immobilien-seiten herum. neben der panik vor dem streß, den so ein umzug mit sich bringt, dort dann die panik: etwas bezahlbares passendes gibt es gar nicht mehr! wenns paßt, isses zu teuer, wenn ich/wir es bezahlen können, paßt es nicht. aber gut, wir haben ja noch ein wenig zeit, also lassen wir es langsam angehen: noch können wir nach der “perfekten” bude suchen, wenn wir in zeitnot und/oder geldnot geraten, wird das alles schwieriger & wir landen wieder in so etwas wie dem hier: ‘jetzt laß ich mir doch von dem häßlichen badezimmer nicht diese schöne wohnung vermiesen?!’, dachte ich mir & daß so ein ‘französischer balkon’ auch keinen echten ersetzt, ging mir auch nicht gleich auf – aber nach einigen jahren hier muß es in der nächsten wohnung besser sein! (maBelle sagt ja zu dem bad, daß sie keine lust mehr habe, immer “wie ein crabb” da rein zugehen: es ist nur seitwärts zu betreten. nicht nur für dicke, auch für völlig normalbreite leute!)

also gestern die erste wohnungsbesichtigung gehabt. preis: so wie jetzt. quadratmeter: so wie jetzt. badewanne, 2 zimmer (jetzt: 4), küche nicht sichtbar & nicht beschrieben. die features: 2 balkone! und die wohnung im unteren geschoß (es gibt 2 in einem haus) hatte ziemlich ungemachte wände – es wurde ein zuschuß zur renovierung in aussicht gestellt. auf so ungemachte wände bin ich ziemlich scharf – ich habe sogar schon literatur zu rate gezogen, wie ich sowas künstlich selbst an die wand malen kann, hatte also den plan, statt des renovierungszuschusses eine ausreichende mietfreie zeit rauszuschlagen, damit wir so langsam umziehen können, wie ich nu mal langsam bin & nur eine wand in meinem zimmer türkis-grün zu streichen & die anderen so en nature zu lassen…
besichtigungstermin: nur donnerstag 15:00 uhr. wie leute, die arbeiten, das schaffen sollen? und gegen die sogenannten “Hartz-IV-empfänger” hatte sogar dieser hausmeister was, wie sich im gespräch rausstellte. der war aber auch erstmal gleich nicht da, nur eine andere interessentin. nach einem viertelstündchen hab ich ihn mal angerufen & der meinte glatt, daß er das heute nicht mehr schaffe. täte ihm leid, aber er habe ja keine rückrufnummer gehabt. (wieso, ich hab den immer nur auf’m händi angerufen, das speichert ja wohl die nummern?) nachdem ich mich selbst als ratlos hingestellt habe & sagte, daß da zwei interessentenparteien warten, meinte er, er käme in einer halben stunde… nach 1 1/4 stunden kam er!
mit wohnungsinteressenten kamma wohl genauso umspringen wie mit patientinnen oder arbeitslosen?

die zeit hat aber ausgereicht, um mir die gegend gründlich zu verleiden: 2 große 4-spurige straßen kreuzen da & werden auch viel befahren. ich selbst kannte die kreuzung von autofahrten durch Berlin: ein knotenpunkt! also laut! und häßlich noch dazu: wohin du auch guckst: häßlichkeit. ich sagte also schon vorher: die bude muß der absolute hit sein, ansonsten kann ich mit der umgebung & dem lärm echt nicht! eine chance wäre noch gewesen, daß eins der zimmer in eine seitenstraße abgehen würde, wo tatsächlich sogar bäume stehen. war aber nicht so.

die wohnung (die untere, mit den ungemachten wänden) war klasse! dolles treppenhaus, schöner stuck an der decke, das parkett noch aus der zeit des hausbaus (gründerzeit, würde ich sagen), in einem zimmer noch ein zauberhafter alter kachelofen in ecru mit goldenen verzierungen. ein zimmer größer, das andere mit besagtem ofen und balkon. bad klein, aber mit wanne. küche so groß, daß sogar eine kleine sitzecke platz drinnen gefunden hätte, eine kammer an der seite (damit das bad licht bekommt) und von der küche ab der 2. balkon. allerdings insgesamt so klein, daß ich mich echt frage, ob sich mein derzeitiger vermieter, bei dem wir auch auf ungefähr 90-100 quadratmetern hausen, derartig zu unseren gunsten vermessen hat, oder ob diese wohnung einfach ungünstig geschnitten war? aber das AUS für die wohnung ist die umgebung: sowie ein fenster oder ein balkontür auf war oder du gar auf den balkon trittst: lärm! die aussicht auf allen seiten: die häßlichste straßenkreuzung von ganz Berlin samt einem neuen schuh-center (dessen wirtschaftlicher aspekt sich mir auch nicht so ganz erschließt, wer soll da, bitte, schuhe kaufen wollen?). und auf dieser kreuzung (zweier vierspuriger & einer zweispurigen straße, wie gesagt), ist auch ordentlich verkehr. und ich weiß, daß die auch früh um 6 hupen und daß laster auch durchaus nachts fahren. maBelle führte als argument ein, daß das abends da ruhiger wäre. aber ich schaffe mir doch nicht 2 balkone an, auf denen ich nur nachts sitzen kann, wo ich keine wäsche aufhängen kann, und wo ich dem basilikum & den tomaten nicht über den weg traue?

und es wäre eine eindeutige räumliche verschlechterung gewesen: von 4 zimmern (die so auch nicht gut teilbar sind & deshalb schlecht von uns genutzt werden) auf 2 zimmer. solange wir noch zeit haben, träume ich weiter: von einer 4-zimmer-wohnung.
das war so schön, als Mrs. Atlantis & ich beschlossen hatten, nach Berlin zu ziehen, wollte ich ihr irgendwie vorsichtig eröffnen, daß ich mir das nicht so vorstelle, daß wir da so wie ein pärchen wohnen: schlafzimmer, wohnzimmer, (arbeitszimmer vielleicht noch,) küche, bad; sondern daß ich gerne für mich 2 zimmer… *rumdrucks* und *umständlichwerd* – und es war ein so befreiendes gefühl, als sie gleich sagte: ja natürlich brauchen wir 4 zimmer! 2 für dich & 2 für mich!

maBelle ist da anders drauf – die würde vermutlich auch mit ihrer liebsten in einem erdloch leben können… nun, inzwischen hat sie mich als liebste, das is’ ein bissel was anderes & inzwischen nervt sie auch, daß noch immer mein schrank in ihrem zimmer steht (war vorher mein zimmer), und vielleicht wird uns bei dieser gemeinsamen wohnungssuche auch ein wenig klarer, wie unsere freiheitsgelüste (vorrangig mein part) und zusammensein-wünsche miteinander umgehen. ich wünsche mir öfter mal, allein sein zu können. ist absolut nicht maBelle’s ding. da könne sie auch gleich single sein (so in etwa). meine idee, als sie nach Berlin kam, daß wir in zwei wohnungen leben könnten (allerdings in der nähe, fußläufig erreichbar oder etwa über einen flur oder einen hof), hielt sie für völlig abwegig. und ich gebe inzwischen zu, daß ich nicht nur aus wirtschaftlichen (und ökologischen) gründen ein zusammenleben für sinnvoll erachte (küche, waschmaschine & badezimmer sind einfach gut zu zweit oder zu mehreren benutzbar, wenn die ansprüche in etwa zusammenpassen – ich sag nur: zahnpastatube oder haare-im-abfluß)…

aber das war erst die erste wohnungsbesichtigung. vielleicht brauchen wir für sowas auch übung. ich weiß beispielsweise noch nicht, wie vermieterInnen auf gehaltsbescheinigungen von der rentenkasse reagieren.
aber mein plan, meine/unsere wunschliste für die zukünftige, ideale wohnung zu schreiben, zu veröffentlichen & vermietungsgesellschaften-, genossenschaften & -firmen persönlich zu geben, wird mir immer wichtiger: ich glaube, daß es das, was ich für uns suche, gar nicht auf immobilien-seiten auftaucht. (und maBelles wünsche? die sagt glatt ‘nein’, wenn es nicht paßt. doch echt, sowas kann sie!)

wunschzettel

ich hab eben mal die seite ‘wünsche‘ aktualisiert… kann ja zu irgendetwas gut sein ;-)

blue girl listen to a blue thingy…

ich habe tatsächlich einen iPod geschenkt bekommen! gerade fragte mich noch eine kollegin in meiner werkstatt, was sie mir für den pinkfarbenen traumrock geben solle (den ich mir gekauft hatte, weil er einfach traumhaft war aber nicht schwarzfärben konnte, weil das pink einfach zu perfekt war und diese frau liebt diese farbe nicht nur – sie ist die personifizierung von diesem pink!) – und ich antwortete, daß das hier immer ein ausstausch sei… – als nächstes bekam ich eine piraten-(totenkopf-)fahne von der einen und demnächst diesen mp3-player…

nur, weil ich erwähnt hatte, daß ich mir so ein billigteil kaufen wolle und meine Belle darauf sagte, das sei bestimmt keine gute qualität…:

und jetzt hab ich ein original apple ipod! in blau!! blau steht einem blauen mädchen furchtbar gut, finden Sie nicht? und das teil spricht sofort mit meinem rechner, iTunes zeigt es sogar in seinem himmelblau an!! (finder auch, of course!)

ich bin heute sowas von glücklich durch die straßen und u-bahn-schächte gezogen! ich hatte schon ganz vergessen, wie grandios das ist, mit musik durch die stadt zu ziehen!

so, jetzt zur feier meines tages ein mir ganz wichtiges lied: Subway to Sally, "Feuerkind", wollte ich echt posten – aber diese scheiß aufkauferei macht mir alles kaputt: wie komme ich an meinen youtube-account ohne google? ich habs freilich probiert! folge: "dasblauemaedchen" geht nicht. na klar, is ja auch mein account, dipshit nochmal!

Katz!

das stand für heute in unserem küchenkalender. ich hab das entdeckt, als ich, was ich seit weihnachten vorhatte, endlich mit der idee und einem stift in der hand vor dem nämlichen stand und da eintragen wollte, daß wir in “Cats” gehen würden, das musical, geschenk von meiner schwester und ihrer sippschaft. Katz! was “Katz!”? fragte ich mich, die katzen müßten jetzt bald zurückkommen, ja, aber ausgemacht war noch nix, katzenfutter- und katzenstreusorgen treten damit auch später auf… bis ich darauf kam, daß meine bezaubernde französische frau freundin ebenjenes musical damit meinte, was ich gerade eintragen wollte… das war, neben der freude seit weihnachten, als wir die karten geschenkt bekamen, eine der vorfreuden:

heute waren wir also in “Cats”…
(wir sind zu spät gekommen. und es war meine schuld. und dann auch noch die von den veranstaltern: nirgends eine gescheite adresse, es nennt sich “zelt hinterm hauptbahnhof” (dabei liegt es davor) und ist nicht etwa ein katzensprung von jenem, sondern nur durch einen kräftigen fußmarsch zu erreichen… der ziemlich blöde ausfällt, wenn frau eh schon spät dran ist… sie hat mir jedenfalls geschworen, entweder nie wieder mit mir zu einem “spectacel” zu gehen oder wenn, dann nur, wenn ich in den kleidern, die ich zu tragen gedenke, schon schlafe und sie mich 4 stunden vorher aus dem haus jagt… oder so ähnlich…

aber es war wunderbar! ich, die ich das musical nur von der platte kenne und liebe, dachte gar nicht, daß da eine richtige geschichte dabei ist. ich dachte, da stellen sich halt so ein paar katzen-charaktere vor und am ende singen sie dir alle, wie du dich einer katze nähern oder vorstellen sollst…

und die schallplatte, die hat ja auch noch so ihre geschichte: es war nämlich die von meiner cousine. und sie hat sie mir geborgt. und wie ich das fortan in meinem leben auch immer tun würde: ich hörte mein lieblingslied immer und immer wieder… (”Memories”, dieses Angelika-Milster-Barbra-Streisand-lied) dummerweise hatte die platte einen sprung, als meine cousine sie sich wieder anhören wollte. ich hab davon nicht mal mehr was gemerkt, bei mir lief alles immer prima (ich hörte ja auch nur diesen einen song)… aber ich hatte ihr etwas geborgtes, eine schallplatte aus dem westen, etwas heiliges kaputtgemacht… ein schlechtes gewissen verbindet mich noch bis heute mit “Cats”… naja… vielleicht mußte ich da was wiederholen und noch ein schlechtes gewissen ernten… (wie blöd bin ich eigentlich?!?)

aber ich habe die gänsehaut bei “Alt-Deuteronimus” gekriegt. vielleicht ist das mein lieblingslied? ich hatte tränen in den augen und mich auf einmal erinnert, wie ich das alles mitzusingen versuchte…

als endlich die alte Grizabella (daß sie so heißt, hatte ich auch vergessen…) ihr ‘Memories’ vortrug (von dem ich nicht wußte, daß es sich auf zwei oder drei lieder verteilt), sang ich einfach lautlos und ergriffen mit.

dieses musical, dessen musik mir mein leben lang augenscheinlich so wertvoll und wichtig war, daß ich bestimmte texte wirklich noch akkurat parat hatte, das ist live und in farbe so ganz anders und sooo schön!

ich mag keine opern. vielleicht sind die musicals die opern von heute. auch für so intellektuelle und pop-verachtende menschen wie mich. “…das theater von heute … hat höchstens niveau… doch wir machten damals die herzen auch froh…”

schwesterherz: danke für dieses geschenk, danke für dieses eine leuchten, das ich lange nicht mehr in meinen sinnen gespürt habe!

wo fing das an und wann?

klassentreffen…

es ist die klinik, die dich fertig macht, ja? fragt meine liebste… ja, das auch… unter anderem. das “andere” kann ich – wie üblich – nicht richtig beschreiben. aber jetzt fällt mir was ein: da ist ein klassentreffen. ich frage mich seit meine mutter auf ihren klassentreffen war, wie das wohl sein möge… und habe immer geträumt von klassentreffen. vor allem, als ich noch in diesen unsäglichen schulen und miesen klassen”kollektiven” vor mich hindämmerte, versuchte zu überleben und mir eine zukunft als schöne, starke frau erträumte. als ich noch glaubte, ich würde lehrerin werden (die einzige möglichkeit, die ich zu ddr-zeiten sah, um kunst und literatur zu studieren) und dachte, ich würde in historischen klamotten aus den 20er bis 60er jahren mit einer original alten ledertasche in die schule spazieren und dort den kindern beibringen, daß die gedanken frei seien und kunst schon immer subversiv, wenn sie gut war. als ich noch glaubte, aus mir würde eine starke und glückliche frau, meinetwegen künstlerin, auf jeden fall eine, die ihr potential kennt und ausschöpft.
daß andere mein potential sehen konnten, wurde mir auf meinem abi-abschluß-ball bewußt: ich kam – wie üblich oder war es mein letzter aufschrei in dieser stadt? – zu spät, ich mußte mein zeugnis nachher irgendwann tagsüber in der schule abholen, ich hatte mich schön wie nie gemacht und so viele lehrerinnen sagten mir, sie wollten später von mir hören… später, wenn etwas aus mir geworden wäre. das sagten sie, als ich ihnen erzählte, daß ich ans theater ginge und dort in der requisite arbeiten wolle. den job hatte ich schon in der tasche und diese lehrerinnen meinten, daß das zu klein für mich sei… für den anfang vielleicht ganz gut, aber…
heute ist dieser job das highlight in meinem leben, dem ich noch immer nachtrauere und wovon ich träume wie von dem haus meiner kindheit. dort gegangen zu sein ist noch immer der schlimmste fehler, an den ich mich entsinnen kann (und in schlechten zeiten kann ich mich an weiß-göttin-viele fehler erinnern!) und dort wieder hinzukommen eines meiner geliebten, großen und irgendwie unerreichbar scheinenden ziele.

und dann kamen keine klassentreffen. nicht, daß sie uns nicht hätten finden können, meine zwillingsschwester (die allgemein beliebter war als ich) und mich: unsere mutter arbeitete noch immer als ärztin in der kleinen stadt, über sie wären wir jederzeit erreichbar gewesen: es gab keine klassentreffen. weder von den schulen, die ich mochte, noch von den anderen.

und jetzt gibt es eins: im September. gerade von der schule, die ich noch so mochte: an der grundschule von der ersten klasse bis zur 5., wo wir dann umgeschult werden mußte, hab ich mich wohlgefühlt. wir hatten einen guten stand: erstens mal waren wir gut, das zählte an dieser schule noch etwas und dann hatten wir einen sozialen status. der wurde sicherlich hauptsächlich durch meine schwester genährt, die schon immer diplomatischer war als ich und mehr sozialkompetenz bewies, aber in dieser klasse war ich auch beliebt, ich war halt nur nicht ganz so gesellig wie sie. aber ich hatte zum beispiel freundinnen und eine beste freundin – das ging dann später überhaupt nicht mehr. ob nicht mit mir oder nicht mit den leuten in der neuen klasse, weiß ich nicht.
und genau von dieser schule, an die ich mich die restlichen 5 jahre meiner POS-zeit zurücksehnte, gibt es ein klassentreffen. und ich kann nicht hingehen!
alles, was ich denen zeigen könnte wäre: wenn eine von großem träumt, fällt sie auf die fresse. frauen, die künstlerinnen werden wollen, scheitern an ihrer entscheidungsunfähigkeit. und lesben haben nicht nur wechselnde partnerinnen und leben – freiwillig oder unfreiwillig “promisk” – sie können auch mit ihrer art zu lieben nicht auf dauer glücklich werden, immer nur für ausschnitte ihres lebens.

die aussage, die mein erscheinen dort zur folge hätte wäre: träumerinnen, lesben, künstlerinnen und frauen, die sich zu was größerem oder höheren berufen fühlen, scheitern bitterlich und enden als depressive sozialhilfe-empfängerinnen und auf fraglichem niveau…

wie könnte ich meinen mitschüler_innen da sagen, daß ich sie 5 jahre lang in so guter erinnerung hatte, daß ich mich so lange immer nach ihnen zurückgesehnt habe und daß ich hinterher noch immer glücklich war über jeden klatsch und tratsch, den ich von ihnen hörte? wie könnte ich meiner besten freundin aus der zeit meine ängste und meine trauer mitteilen, die ich um sie hatte, als meine mutter glaubte, sie könne mit uns nach Leipzig ziehen? ich habe damals ein großes gedöns gemacht um ein armband oder so, was sie unbedingt tragen solle…
(und wie wäre mein leben verlaufen, wenn wir damals wirklich nach Leipzig gegangen wären? die wohnung war in Connewitz, also wirklich allerallerbestes Connewitz!)
wie könnte ich denen beschreiben, welche trauer mich umgibt, wenn ich an einen unserer jungs denke, Mike: er war furchtbar lieb, nicht besonders helle vielleicht, aber an sich ein grundguter kerl und er konnte kraft haben, aber die hat er nie eingesetzt. in unserer schulzeit war er einfach nur nicht besonders gut in der schule, aber sonst nicht weiter behindert oder so. irgendwas war an seinem bein nicht in ordnung und das muß mit der zeit schlimmer geworden sein… jedenfalls ließen ihn seine eltern deshalb operieren. und dabei muß etwas ziemlich schief gelaufen sein, jedenfalls hatten sie danach einen geistig behinderten Mike zuhause und machten sich sorgen, wer sich um ihn kümmern würde, wenn sie nicht mehr sind… er ist inzwischen gestorben. ein lebhafter, liebenswürdiger kerl, der nicht doll in der schule war, aber ein bißchen in meine schwester verliebt…
wie gerne würde ich zu seinem gedächtnis irgendwas machen zu so einem klassentreffen. vielleicht einfach nur sagen, daß ich ihn auch furchtbar mochte…

aber ich kann da nicht hin… nicht mal mehr, wenn meine schwester auf die schöne idee käme, wir würden dort erzählen, ich hätte die post-it’s erfunden

(meine schwester kommt nicht auf solche ideen… aber ich hoffe, sie versucht irgendwie, meinen “ruf” – was immer das sein könnte – unbeschadet zu lassen, wenn sie hingeht…)