themen:

archiv:

archiv für thema 'verwandtschaften'

krallen & geburtstage

fragt mich mein zwilling, ob wir unseren 80sten geburstag zusammen feiern wollen. großes inmichgehen & michselbstbefragen über tage… will ich ihr endlich antworten. schreib ich so ambivalentes zeugs zusammen, daß ich noch dabei beschließe: ich muß das in meinem blog fragen. weil es – unter anderem – soviele menschen gäbe, zu denen ich kaum oder keinen kontakt mehr habe (zum beispiel wegen meiner verdammten kontaktschwäche. oder freundschaftsunfähigkeit, aber auch aus anderen gründen) & denen ich dann ganz gerne nonchalant den link zukommen lassen würde wollen, die ich aber einladen würde wollen…
ich habe einmal einen 40sten erlebt, wo die sich echt ihre lieblingsessen hat kochen lassen. als catering & im großen stil. da hab ich beschlossen, daß ich bis dahin auch eine echte geburtstagsfeiertradition am laufen habe & das ganz groß feiern werde… ich glaube, daraufhin habe ich meinen 29ten gefeiert. ja, doch, ich erinnere mich an die einladung: der letzte mit ‘ner 2 vornedran… und das war meine einzigste geburtstagsparty, seit ich bei meiner mutter ausgezogen bin.
außer der, wo ich bei meiner zwillingsschwester mitgefeiert habe. was auch irgendwie schön war, aber es war halt auch nur ihre party…
jedenfalls will ich grad einen großen blogeintrag schreiben, wie ichs nun machen soll und was und wo, da ruftse mich an, meine zwillingsschwester. ohne meine mail gelesen zu haben, der rechner is schon aus. (wie sowas immer geht. daß wir zwei frauen, die wir mir immer so verbindungslos erscheinen, plötzlich in derselben sache unterwegs sind. und ich bin auch ans telefon gegangen – mach ich eigentlich nicht – weil mir, ohne auf die nummer zu gucken, völlig klar war, daß nur sie das sein kann!)

obwohl ich schon bei dem gespräch komplett auf die ‘wir-feiern-an-der-ostsee’-tour aufgesprungen bin, hab ich mir bedenkzeit erbeten bis ende des monats. also nächsten mittwoch. (ohmygodness! und mir ist nicht mal mehr aufgefallen, daß es AllHallowsEve meint! obwohl ich das groß feiern will! omg!)

mein bedenken: wenn es bei ihr, meiner schwester stattfindet, ist es nicht meins. aber schon in unserem telefonat ging es darum, daß es auch meins werden könnte. gut, bei einem lokal, wo es _auch_ einen raucherinnenraum gibt, stieg sie komplett aus. aber die hat schon 1991 gehustet, wenn ein wort nur mit ‘z’ anfing…

meine frage also nur noch: mache ich einfach und nur mit maBelle (so sie frei kriegt) mit, als anhängsel-zwilling. oder mache ich richtig mit & lade auch freundinnen ein, kümmere mich um die DJane (da hätte ich nämlich schon ‘ne idee, das wär ein traum!) und mache das zu unserer party (weil eben meine auch?)…

wie ich das alles bedenke & durch den flur laufe, fällt eine kralle aus ‘dem rahmen’:  ich habe mir im frühsommer diesen jahres zusammen mit einer h(p)exenfreundin eine junge krähe, die wir gefunden haben, präparieren lassen. sie war zu jung (zu weich) für das köpfchen. aber wir bekamen je zwei flügel, die krallen und den gefederten schwanz. und diese kralle sollte mir magisches mittel/werkzeug/hilfe werden. aber ich hatte mich noch nicht näher damit befaßt & deswegen landete sie auf einem bildhalter von einem bild, das mir wichtig ist. (und das, wo ich in einem online-rollenspiel meine angriffswaffe als hühnerkralle hab personalisiert!)
und bei genau diesem thema fällt diese krähenkralle runter. aus dieser blöden situation, wo ich sie bloß parken wollte.

scheint also wichtig zu sein. nein, scheint auch gut zu sein, das thema!

also: hätte eine von euch lust, meinen/unseren geburtstag anner ostsee zu feiern? meine schwester kümmert sich gerade um die “scheune”, die ein paar schlafplätze zu jugendherbergsqualität und etwa 10 euro die nacht bietet, komfortableres gibts um die zeit wohl da oben zuhauf…

rosa eier & so zeugs

ich finde ja sehr interessant, wie das netz mit sexistischem kinderspielzeug umspringt. jüngst fand ich via jezebel.com wie sich leute mit sehr witzigen und klugen satire-’rezensionen’ über etwas so unsinniges wie einen bic-kugelschreiber extra für frauen lustig machen [neues fenster, englisch]: bic for her bei amazon.co.uk [neues fenster, english]. und in facebook kam dann meine liebe blogfreundin auf “schade, daß das noch keine mit den rosa ü-eiern [diestandard.at, neues fenster] gemacht hat”, schaute fix nach – und wurde fündig: auch da haben schon welche angefangen, nette satire-kommentare für abzulassen. ich muß zugeben: ich habe innerlich schon meinen bleistift gespitzt, aber leider fällt mir nichts gutes ein, ich würde da auch so gern ein knackig-witziges textchen ablassen, bin aber grad weder noch… (das ist ein wink mit dem zaunpfahl für leserinnen, die formulieren mögen!)

zu diesen rosa überraschungseiern hat m. e. übrigens Antje Schrupp das schlaueste geschrieben [neues fenster, deutsch](was auch die zweite rezensentin mit “nicht rosa genug!” meint): da geht es sosehr vielleicht gar nicht drum, die mädels auszugrenzen oder kleinzumachen, nein vielmehr um jungs geht es: mädchen sind es (dank emanzipation und männlichkeit-als-standard) durchaus gewöhnt, jungszeugs in ihren ü-eiern zu finden, nur sollen jungs halt von weiberkram abgehalten werden.

von da aus bin ich zu dem emma-artikel über den vater im rock gestoßen & habe mich spontan in beide verliebt: wievielen jungs werden die haare oder haarschwänzchen abgeschnitten (damit sie in kindergarten/schule/gesellschaft keinen ärger bekommen, nur zu ihrem schutz!), wievielen wird die lust auf rosa, glitzer oder puppen schon früh ausgetrieben? (ich habe ein persönliches beispiel in meiner verwandschaft)…

wegen der ü-eier bin ich zu pinkstinks gelangt, (die eine kampagne gegen die nämlichen gestartet haben) und möchte zu diesem posting hinzufügen: mir wurde erzählt, daß meine tante kinderwagen liebte. und immer auf dem neuesten stand war, was die aktuelle kinderwagen-mode betraf. deshalb tragisch, daß sie immer nur abgelegte & gebrauchte kinderwagen für ihre 3 kinder hatte (ich bin sehr für recycling & wiederverwendung, aber fürs seelenglück hätte ich einer frau, die auf sowas steht, gerne den spaß der auswahl & eines neuen, schicken kinderwagens gegönnt!). und ihr letztes baby ist mein erstes baby, was ich so von anfang an (schwangerschaft, stillen, vorsicht-mit-dem-köpfchen!, durch-die-gegend-fahren) so richtig miterlebt habe – meine kleine cousine. und ich erinnere mich, daß meine tante in der stadt (einem städtchen, wo sich fast alle kennen), ehrlich angemacht wurde, daß sie diese tochter in einem blauen wagen spazierenfahre; schließlich sei das doch ein mädchen! diese erzählung meiner tante hab ich damals aufgeschnappt – das ist nichts, was in meiner familie jahrelang erzählt werden würde & die erwachsenen haben sich kurz aufgeregt & es dann (vermutlich) vergessen: aber ich erinnere mich jedesmal, wenn ich was über geschlecht, gender & erziehung lese (das buch von Ursula Scheu beispielsweise) an diese fragen, die mich damals schon beschlichen & bis heute nicht loslassen: warum ist es den erwachsenen so wichtig, ein baby klar in die kategorieen junge oder mädchen einzusortieren? als gebärfähige frau habe ich mir manchmal vorgestellt, daß ich mein baby mit absicht gerne irreführend ausstatten würde. (zumal ich als jugendliche “Das eine sein, das andere lieben” von Christine Brückner so verschlungen habe & es mich tief beeindruckte.) aber schon als kind war mir klar, daß es dem baby ziemlich wurscht war, welche farbe der wagen hat. daß diese frau, die meine tante wegen dieser falschen farbe so anging, aber so tat, als ginge es ums kindeswohl, das beschäftigt mich bis heute: was tun eltern und eben auch vorrangig frauen sich, ihren kindern und ihrem menschenbild an, wenn sie mädchen in blauen kinderwagen nicht ertragen können?

heute kommt die diskussion auf facebook mit neuigkeiten: bei cracked.com haben sie die “8 schrägsten sexistischen produkte, von denen du nicht glauben würdest, die seien für kinder” [englisch, die bilder sind aber durchaus ausreichend. neues fenster]. sind sie aber. leider.

also: weitermachen! mit klugen rezensionen & kritiken, die den herstellerinnen wie auch potentiellen käuferinnen klarmachen, was das zeug machen soll. und wieviele das nicht gut finden.

danke für’s zuhören. (hab lust, eine neue kategorie #sexistischeKackscheiße aufzumachen…)

kaffee für 60 € das kilo!

zugegeben, ein etwas reißerischer titel, ich hoffe er wirkt ;-)

daß diese kapsel- und auch tütchen-kaffeemaschinen der blanke wahnsinn seien, den verdacht hatte ich schon, als ich die das erste mal bei freundinnen sah. vor allem, da ich bei meiner geschmacksverbesserungssuche immer mehr in richtung handgemacht driftete. aktuell wird hier mit porzellan-filter-aufsatz, filtertüten & gemahlen gekauftem kaffee gearbeitet, aber ich habe auch schon mit der hand gemahlen (wesentlich leckerer!), über einen gold-filter (abwaschen statt papier zu verschwenden) nachgedacht, was aber gerade etwas ins hintertreffen gerät, weil ich alle paar jahrzehnte mal was neu brauche und gerade überlege, mir so eine französische runter-drück-kaffee-kanne zuzulegen.

aber als meine mutter mir jüngst erzählte, sie hätte sich so eine nespresso-maschine gekauft, war ich ernstlich geschockt! schließlich habe ich meine ökologischen ansätze von ihr (geerbt oder anerzogen)! ich wußte da noch nicht, daß diese dinger auch noch aus aluminium sind und meinte nur leise: “aber diese kapseln…?” – “die sind aus alu, geht natürlich gar nicht! aber der kaffee schmeckt einfach am besten!” – diese antwort hat mich ganz still gemacht.
diesen wahnsinn aber jetzt mit zahlen und einem so schönen artikel verlinken zu können, gibt mir keine genugtuung, sondern das blöde gefühl, daß mein bauchgefühl stimmte & daß mehr leute so etwas ähnlichem (oder wenigstens ihrem verstand) folgen sollten:

Müll hat einen Namen vom futterblog (via 343max @ fb)

zurück von der see

Hiddenseebilder bei flickr [neues fenster]

eine woche Hiddensee – weihnachtsgeschenk meiner mutter – sonne satt & fischbrötchen, fahrradfahren, grün, grün und grün! ich hatte vergessen, daß da sogar das meer so grün ist. also türkisgrün, wie in ganz fernen ländern… photos gibts bei flickr (wer dort bei ist: bitte einloggen, die mit gesichtern sind nur für freundinnen und verwandte sichtbar!)

Hiddenseebilder bei flickr [neues fenster]

hundeangst

aber, wie gesagt, ich habe angst vor hunden. und ich merke mit den jahren, daß das von meiner gesamt-verfassung abhängt. manchmal kann ich mit hunden, manchmal nicht. es gibt zeiten, da macht mir das überhaupt nix aus, aber zur zeit bin ich ziemlich dünnhäutig & hab mitgekriegt, daß ich ziemlich mit schock & angst auf hunde reagiere. leider hab ich noch keine regel oder ein gesetz für meine hundeangst feststellen können: meine cousine (väterlicherseits) Rosa N. hatte lange jahre 2 hunde: eine schwarz-weiße cocker-spaniel-prinzessin & eine große schwarze, vom format her wie schäferhund, aber sicherlich gemischt, war viel dünner & weniger fell. erstens mal war meine cousine die erste, die (für mich) adäquat auf meine hunde-angst reagiert hat: auch wenn ich mit den hunden schon gekonnt habe, hat sie mich dennoch immer gefragt, wieviel ich kann & was nicht, sie hat nie auch nur ‘aus versehen’ oder weil ‘geht doch jetzt’ die tür offen gelassen oder so. sie hat meine angst & meine befürchtungen akzeptiert & mich trotzdem respektiert. dafür war ich schonmal dankbar & das hat es mir auch einfacher gemacht: ich wußte einfach, daß ich mich auf ihren schutz verlassen kann & daß sie niemals sowas dussliges wie ‘der tut doch nix!’ – während der hund zähnezeigend auf mich zuschnürt – gebracht hätte. aber genau mit diesen hunden ist mir folgendes passiert: daß ich geklingelt habe, die 2 frauen sind mit den 2 hunden auf den hof gekommen, wir gleichzeitig zur tür rein (Berliner hinterhof-situation), ich war in einer ähnlich desolaten stimmung wie jetzt auch, Kira (die große schwarze) war sowieso eine geschundene tierheim-seele & empfindlich, findet auf dem hof menschen vor & bellt. bei mir liefen sofort alle schlechten filme ab & die angst im blut (ich spür die inzwischen. also das, was die hunde da riechen, ich merk das: aber tun kann ich auch nix dagegen), reagiere natürlich auch völlig falsch (z. b. nehme ich immer die arme hoch, wenn ich angst vor hunden hab. is falsch. weiß ich. ich bin aber doch inzwischen froh, daß ich nicht davon renne!) naja, für das wochenende war meine beziehung zu den hunden merklich gestört…

achso, was an Rosa N.’s hunden noch gut war: die lebten mit einem kater zusammen (nämlich meinem ‘enkel’ - einem sohn meiner ersten katze) und deswegen gab es immer an der küchentür einen kleinen riegel, der die küchentür nur für katzen passierbar machte, hunde kamen da nicht durch – da war ich immer sicher…

jetzt ist die frage natürlich: wie konnte ich maBelle in Frankreich besuchen, in ihrem kleinen häuschen mit ‘ihre süße große ‘unde’? nun, ich habe sie um ein photo von den hunden gebeten. und irgendwie hat sie es geschafft, mir ein bild zu schicken (oder überhaupt erstmal, so eins zu machen!), auf dem die beiden wesentlich kleiner erschienen als sie in wirklichkeit sind. ich frage mich noch heute, wie dieses bild zustandegekommen sein mag: hätte ich gewußt, wie groß die wirklich sind, ich wäre sicherlich nicht gefahren… ich gebe auch zu, daß ich mich, nachdem ich den flug nach Paris gebucht hatte, öfters mal in phantasieen wiederfand, wo ich nur auf den schränken, dem kamin (der war auf dem photo zu sehen) oder anderem mobiliar gesehen habe: ich befürchtete, eine woche in angst und ausschließlich auf der ‘katzen-etage’ zu verbringen. aber ich bin hin!

und da kommt der teil mit der erziehung und mit der kommunikation von frauchen, hunde-ängstlicher & den hunden: die hunde haben gebellt, als das auto vor der tür parkte. das tun sie immer. erstens besteht dieser ort nur aus 3 höfen an einer sackgasse: da hält also niemals was aus versehen, zweitens erkennen die natürlich ihren wagen & drittens ist das (glaube ich) die einzige chance, wo sie mal bellen ‘dürfen’: sinnloses im-haus-gebelle oder wegen hasen im garten ist ihnen nicht erlaubt, wenn frauchen zuhause sind. aber wenn sie vor der tür sind: naja, da müssen die doch begrüßt werden! die tür, wo die hunde meistens rausrennen, ist die gartentür. die küchentür ist der haupteingang zum haus & die hunde gehen da selten raus oder rein, nur frauchen & besucher kommen da rein. und wenn welche davon kommen, dann hören die das. also stehen die da, schwanzwedelnd. diese tür führt auf einen schmalen pfad zwischen spüle & herd – wie in einer neubauwohnung eine küche in etwa bemessen ist – und da stehen dann die hunde. aber weil da auch durchaus frauen mit wasserkästen, säckeweise einkäufen etc. reinlaufen, sind sie so erzogen worden, daß sie sich auch verziehen… nach hinten & in den offenen raum des hauses.

da habe ich sie dann kennengelernt. und konnte mit ihnen. kann sein, daß ich verliebt war, kann sein, daß ich gut drauf war: aber ich habs hingekriegt. es gab nur ein einziges mal dieses angstgefühl: ich stand gerade an den handtüchern & hab mir die hände abgetrocknet & blieb da stehen, bis Isabelle wieder auftauchte & im nachhinein muß ich lachen, weil ich weiß, wie es zustande kam: die hunde sind sehr praktisch erzogen worden: weil die damen öfters mal was zu tun oder was in der hand hatten, wurde ihnen beigebracht, mit einer hand gestreichelt zu werden. beide hunde mit einer hand! und – frauenhaushalt? oder machen männer das auch? – weil frau da zeit hat: auf’m klo. ich habe später mitgekriegt, daß die hunde gewöhnt sind, wenn frau auf’m örtchen ist, gestreichelt zu werden: Rocky läuft nach hinten, weil er hat es gern am hintern, Ruby bleibt vorn weil sie es gern im nacken hat. aber für beide ist der moment, wo ein wesen mit händen sich auf diesen ort setzt, ein sicheres zeichen dafür, daß sie jetzt ihre streicheleinheiten bekommen! – und maBelle hatte die tür zu gemacht! sie hatte eine fast fremde frau im hause, mit der irgendwie sowas wie ‘verlieben’ in der luft lag – mir ist völlig klar & logisch, warum sie die klotür zugemacht hat. sahen Ruby & Rocky anders. die sahen sie da hineingehen, in diesen hort der hundezärtlichkeiten und wollten hinterher. und die macht die tür zu! da blieben sie natürlich wie angenagelt stehen & schauten zu mir, die ich gleich daneben (an der wand mit den küchenhandtüchern) stand & wollten von mir wissen, was, zum-kuckuck, in ihre frau gefahren sei? und das hab ich einfach ausgehalten (ich lasse meinen film mit zähnen, blut & lefzen über meiner halsschlagader mal außen vor). bin stehen geblieben & hab meine hände 10 minunten lang abgetrocknet & hab gewartet, daß maBelle da wieder rauskommt.

später hab ich gelernt, daß die beiden sogar angst vor mir hatten & ich hätte es ohne die erklärung ihrer frauen nicht mal mitbekommen: das war ein sommer mit ziemlich vielen fliegen. und ich hab eigentlich nichts gegen insekten (außer motten!) und bin eher eine von der postkarten-glas-fang-rausbring-fraktion, aber da war ich extrem genervt von den fliegen & ging denen mit einer fliegenklatsche zuleibe. (zumal waren die damit sogar zu töten! entweder die sind in der gegend oder in diesem sommer so doof gewesen: ich kenne es eigentlich nicht, daß sich viele fliegen mit einer fliegenklatsche umbringen lassen…) was ich nicht merkte: die hunde, die immer unsere nähe suchten, waren plötzlich unsichtbar. ihre frauen (die sie aufgezogen hatten), wußten, wo: hinter der küche versteckten die sich! die hatten angst vor der fliegenklatsche! und obwohl sie bei diesen frauen geboren worden waren & zusammen mit ihren eltern (beides die hunde der beiden frauen) dort all ihre prägung abbekommen haben, konnte mir keine erklären, warum. das hat mir die ganze sache noch sympatischer gemacht: vielleicht kann ich meine ängste nicht komplett mit kindheitsgeschichte, aufzucht oder familie erklären (zum beispiel diese hundangst), vielleicht geht es anderen wesen aber genauso. und vielleicht kann ich manches davon klären oder ein wenig in eine angenehme richtung rücken – dabei haben mir Ruby & Rocky ziemlich geholfen! aber manches bleibt auch unerklärlich: wenn Kira (die schwarze, große hündin meiner cousine) mit ihrer unbekannten, aber sicher schmerzhaften vergangenheit ängstlich-aggressiv auf mich reagiert, ist das verständlich & mit ihrer gewalttätigen vergangenheit zu erklären. wenn aber hunde, die in ihrer hunde-und-menschen-ursprungsfamilie zärtlich und liebevoll aufgewachsen sind, auf das klatschende geräusch einer fliegenklatsche auf ledersofa so ängstlich reagieren, bleibt für mich nur eins: manches ist einfach so. da hab ich nix falsch gemacht & andere auch nicht. aber ich kann manchmal meine angst vor hunden überwinden. und dann gewinne ich sie mir auch zu freundInnen… hach, da sollte ich doch mal einen blogeintrag für all die hundwesen schreiben, mit denen ich mich schon angefreundet habe… oder sie sich mit mir?

finster

maBelle hat zum Geburtstag einen besuch im dunkelrestaurant geschenkt bekommen und letzte woche war es soweit. und es ist wirklich stockfinster da drinnen! nachdem uns einer (noch im lichte) erzählt hat, wie es in etwa funktioniert und was wir keinesfalls tun sollten (alleine aufstehen, handtaschen auf den boden stellen…) wurden wir durch eine lichtschleuse ins restaurant geführt: erst ist dort schummeriges licht, dann klopft der begleiter an der tür, innen wird zurückgeklopft und dann geht das licht auch in der schleuse aus und die gäste werden im gänsemarsch von der kellnerin an ihren tisch geführt. dadurch ist es wirklich stockduster in dem laden, ich hatte ja irgendwie gedacht, wenigstens umrisse sehen zu können, wenn leute rein- oder rausgehen, nein, auch daran ist gedacht. und ich muß zugeben, daß ich anfangs meine schwierigkeiten hatte: ich wollte instinktiv meinen kopf schützen, aber mit der einen hand mußte ich mich an einer schulter festhalten, damit ich weiß, wo es lang geht und in der anderen hatte ich meine handtasche… was für ein vertrauen in die welt muß ein blinder mensch haben?! sicherlich rührt meine sorge, mir den kopf zu stoßen von meiner länge, mir passiert das vermutlich öfter; weder meine mutter noch maBelle hatten diese sorge.

bei tisch habe ich mich dabei erwischt, wie meine augen angestrengt versuchten, doch etwas zu sehen. ich glaube, ich bin ein arger seh-mensch, meine schwerhörigkeit paßt schon viel besser zu mir: auf geräusche scheine ich leichter verzichten zu können als aufs gucken. und ich wollte dann auch alles sehen: schon dinge zu essen, die ich nicht sehen kann, ist merkwürdig, aber ich wollte auch wissen, wie das geschirr und das brotkörbchen aussehen, die ich da eifrig befummelte. eigentlich hätte ich am ende des besuches gerne licht angemacht bekommen um mir das anzuschauen, was ich den ganzen abend lang nur mit meinen anderen sinnen erfahren konnte. ich hatte dann die hoffnung, daß wir wenigstens unsere kellnerin zu gesicht bekommen könnten. die hatte eine sehr angenehme stimme und eine nette berlinerische frechheit am leibe: ich dachte, sie wäre blond und groß und schlank, maBelle hatte sie sich als brünette vorgestellt und meine mutter sich wohl gar kein bild von ihr gemacht.

das essen war lecker, auch wenn ich bei der menü-auswahl wieder mal einen meiner kardinalfehler beging: ich war so scharf auf die vorspeise (Pumpernickelsuppe) und das dessert (irgendein grieß mit pfefferminzsauce und pomeranzen), daß ich beim hauptgericht was mit bohnenmousse las und komplett ignorierte, daß ich weder champignons noch ziegenkäse mag, aber vorsuppe und nachspeise waren’s wert! den trick mit dem einschenken kannte ich noch: finger reinhalten, damit du merkst, wann das glas voll wird, das wollte ich so gerne meiner großmutter beibringen, als sie immer blinder wurde. aber essen im dunkeln ist etwas ganz anderes: ich gebe zu, daß ich ständig mit den fingern auf dem teller rumgesucht habe. und meine angewohnheit, den teller immer wieder zu drehen, erwies sich im dusteren als fehler: ich fing immer wieder neu an, mein essen zu suchen. und ab und zu haste halt ‘ne leere gabel im mund… die pomeranzen, die ich noch nie gegessen hatte, waren wirklich extrem lecker. lustig, unbekanntes im dunklen kennenzulernen!

und am ende, nachdem uns unsere kellnerin wieder in der polonaise aus dem restaurant in die lichtschleuse geführt hatte, kam der moment, wo wir sie im schummerlicht kurz sehen konnten: leider viel zu plötzlich und viel zu kurz!: und sie war klein und etwas rundlich und hatte braune haare…

alles in allem eine spannende und schöne erfahrung, meine bewunderung für leute, die ohne sehvermögen durchs leben können, ist extrem gestiegen. vom gutschein blieb – oh glück – noch ein wenig übrig, daß die mutter auch gleich noch auf einen verbrauchbaren betrag erhöhte: wir können uns diesem genußerlebnis also bald nocheinmal hingeben, die haben da auch themenabende, erotisch oder krimi beispielsweise!

der fluß

das habe ich gerade meinem onkel geschickt. er ist als kind dort sogar geschwommen… ich weiß nicht so richtig, was ich sagen oder schreiben soll. er stirbt.

wie es mir geht…

“wie es mir geht
willst du gar nicht wissen
und was ich trinke willst du
schon gar nicht bezahl’n
aber qualen die bringst du
wenn du in mein ohr reinschreist…”
Element of Crime

wie es mir geht, darfst du mich gar nicht fragen. ich weiß meistens nicht, worauf sich die frage bezieht; dieser moment? diese stunde? dieser tag oder dieser tage…?

und wie es mir geht, weiß ich meistens auch erst hinterher: könntest du mich nicht fragen, wie es mir ergangen ist?