aber, wie gesagt, ich habe angst vor hunden. und ich merke mit den jahren, daß das von meiner gesamt-verfassung abhängt. manchmal kann ich mit hunden, manchmal nicht. es gibt zeiten, da macht mir das überhaupt nix aus, aber zur zeit bin ich ziemlich dünnhäutig & hab mitgekriegt, daß ich ziemlich mit schock & angst auf hunde reagiere. leider hab ich noch keine regel oder ein gesetz für meine hundeangst feststellen können: meine cousine (väterlicherseits) Rosa N. hatte lange jahre 2 hunde: eine schwarz-weiße cocker-spaniel-prinzessin & eine große schwarze, vom format her wie schäferhund, aber sicherlich gemischt, war viel dünner & weniger fell. erstens mal war meine cousine die erste, die (für mich) adäquat auf meine hunde-angst reagiert hat: auch wenn ich mit den hunden schon gekonnt habe, hat sie mich dennoch immer gefragt, wieviel ich kann & was nicht, sie hat nie auch nur ‘aus versehen’ oder weil ‘geht doch jetzt’ die tür offen gelassen oder so. sie hat meine angst & meine befürchtungen akzeptiert & mich trotzdem respektiert. dafür war ich schonmal dankbar & das hat es mir auch einfacher gemacht: ich wußte einfach, daß ich mich auf ihren schutz verlassen kann & daß sie niemals sowas dussliges wie ‘der tut doch nix!’ – während der hund zähnezeigend auf mich zuschnürt – gebracht hätte. aber genau mit diesen hunden ist mir folgendes passiert: daß ich geklingelt habe, die 2 frauen sind mit den 2 hunden auf den hof gekommen, wir gleichzeitig zur tür rein (Berliner hinterhof-situation), ich war in einer ähnlich desolaten stimmung wie jetzt auch, Kira (die große schwarze) war sowieso eine geschundene tierheim-seele & empfindlich, findet auf dem hof menschen vor & bellt. bei mir liefen sofort alle schlechten filme ab & die angst im blut (ich spür die inzwischen. also das, was die hunde da riechen, ich merk das: aber tun kann ich auch nix dagegen), reagiere natürlich auch völlig falsch (z. b. nehme ich immer die arme hoch, wenn ich angst vor hunden hab. is falsch. weiß ich. ich bin aber doch inzwischen froh, daß ich nicht davon renne!) naja, für das wochenende war meine beziehung zu den hunden merklich gestört…
achso, was an Rosa N.’s hunden noch gut war: die lebten mit einem kater zusammen (nämlich meinem ‘enkel’ - einem sohn meiner ersten katze) und deswegen gab es immer an der küchentür einen kleinen riegel, der die küchentür nur für katzen passierbar machte, hunde kamen da nicht durch – da war ich immer sicher…
jetzt ist die frage natürlich: wie konnte ich maBelle in Frankreich besuchen, in ihrem kleinen häuschen mit ‘ihre süße große ‘unde’? nun, ich habe sie um ein photo von den hunden gebeten. und irgendwie hat sie es geschafft, mir ein bild zu schicken (oder überhaupt erstmal, so eins zu machen!), auf dem die beiden wesentlich kleiner erschienen als sie in wirklichkeit sind. ich frage mich noch heute, wie dieses bild zustandegekommen sein mag: hätte ich gewußt, wie groß die wirklich sind, ich wäre sicherlich nicht gefahren… ich gebe auch zu, daß ich mich, nachdem ich den flug nach Paris gebucht hatte, öfters mal in phantasieen wiederfand, wo ich nur auf den schränken, dem kamin (der war auf dem photo zu sehen) oder anderem mobiliar gesehen habe: ich befürchtete, eine woche in angst und ausschließlich auf der ‘katzen-etage’ zu verbringen. aber ich bin hin!
und da kommt der teil mit der erziehung und mit der kommunikation von frauchen, hunde-ängstlicher & den hunden: die hunde haben gebellt, als das auto vor der tür parkte. das tun sie immer. erstens besteht dieser ort nur aus 3 höfen an einer sackgasse: da hält also niemals was aus versehen, zweitens erkennen die natürlich ihren wagen & drittens ist das (glaube ich) die einzige chance, wo sie mal bellen ‘dürfen’: sinnloses im-haus-gebelle oder wegen hasen im garten ist ihnen nicht erlaubt, wenn frauchen zuhause sind. aber wenn sie vor der tür sind: naja, da müssen die doch begrüßt werden! die tür, wo die hunde meistens rausrennen, ist die gartentür. die küchentür ist der haupteingang zum haus & die hunde gehen da selten raus oder rein, nur frauchen & besucher kommen da rein. und wenn welche davon kommen, dann hören die das. also stehen die da, schwanzwedelnd. diese tür führt auf einen schmalen pfad zwischen spüle & herd – wie in einer neubauwohnung eine küche in etwa bemessen ist – und da stehen dann die hunde. aber weil da auch durchaus frauen mit wasserkästen, säckeweise einkäufen etc. reinlaufen, sind sie so erzogen worden, daß sie sich auch verziehen… nach hinten & in den offenen raum des hauses.
da habe ich sie dann kennengelernt. und konnte mit ihnen. kann sein, daß ich verliebt war, kann sein, daß ich gut drauf war: aber ich habs hingekriegt. es gab nur ein einziges mal dieses angstgefühl: ich stand gerade an den handtüchern & hab mir die hände abgetrocknet & blieb da stehen, bis Isabelle wieder auftauchte & im nachhinein muß ich lachen, weil ich weiß, wie es zustande kam: die hunde sind sehr praktisch erzogen worden: weil die damen öfters mal was zu tun oder was in der hand hatten, wurde ihnen beigebracht, mit einer hand gestreichelt zu werden. beide hunde mit einer hand! und – frauenhaushalt? oder machen männer das auch? – weil frau da zeit hat: auf’m klo. ich habe später mitgekriegt, daß die hunde gewöhnt sind, wenn frau auf’m örtchen ist, gestreichelt zu werden: Rocky läuft nach hinten, weil er hat es gern am hintern, Ruby bleibt vorn weil sie es gern im nacken hat. aber für beide ist der moment, wo ein wesen mit händen sich auf diesen ort setzt, ein sicheres zeichen dafür, daß sie jetzt ihre streicheleinheiten bekommen! – und maBelle hatte die tür zu gemacht! sie hatte eine fast fremde frau im hause, mit der irgendwie sowas wie ‘verlieben’ in der luft lag – mir ist völlig klar & logisch, warum sie die klotür zugemacht hat. sahen Ruby & Rocky anders. die sahen sie da hineingehen, in diesen hort der hundezärtlichkeiten und wollten hinterher. und die macht die tür zu! da blieben sie natürlich wie angenagelt stehen & schauten zu mir, die ich gleich daneben (an der wand mit den küchenhandtüchern) stand & wollten von mir wissen, was, zum-kuckuck, in ihre frau gefahren sei? und das hab ich einfach ausgehalten (ich lasse meinen film mit zähnen, blut & lefzen über meiner halsschlagader mal außen vor). bin stehen geblieben & hab meine hände 10 minunten lang abgetrocknet & hab gewartet, daß maBelle da wieder rauskommt.
später hab ich gelernt, daß die beiden sogar angst vor mir hatten & ich hätte es ohne die erklärung ihrer frauen nicht mal mitbekommen: das war ein sommer mit ziemlich vielen fliegen. und ich hab eigentlich nichts gegen insekten (außer motten!) und bin eher eine von der postkarten-glas-fang-rausbring-fraktion, aber da war ich extrem genervt von den fliegen & ging denen mit einer fliegenklatsche zuleibe. (zumal waren die damit sogar zu töten! entweder die sind in der gegend oder in diesem sommer so doof gewesen: ich kenne es eigentlich nicht, daß sich viele fliegen mit einer fliegenklatsche umbringen lassen…) was ich nicht merkte: die hunde, die immer unsere nähe suchten, waren plötzlich unsichtbar. ihre frauen (die sie aufgezogen hatten), wußten, wo: hinter der küche versteckten die sich! die hatten angst vor der fliegenklatsche! und obwohl sie bei diesen frauen geboren worden waren & zusammen mit ihren eltern (beides die hunde der beiden frauen) dort all ihre prägung abbekommen haben, konnte mir keine erklären, warum. das hat mir die ganze sache noch sympatischer gemacht: vielleicht kann ich meine ängste nicht komplett mit kindheitsgeschichte, aufzucht oder familie erklären (zum beispiel diese hundangst), vielleicht geht es anderen wesen aber genauso. und vielleicht kann ich manches davon klären oder ein wenig in eine angenehme richtung rücken – dabei haben mir Ruby & Rocky ziemlich geholfen! aber manches bleibt auch unerklärlich: wenn Kira (die schwarze, große hündin meiner cousine) mit ihrer unbekannten, aber sicher schmerzhaften vergangenheit ängstlich-aggressiv auf mich reagiert, ist das verständlich & mit ihrer gewalttätigen vergangenheit zu erklären. wenn aber hunde, die in ihrer hunde-und-menschen-ursprungsfamilie zärtlich und liebevoll aufgewachsen sind, auf das klatschende geräusch einer fliegenklatsche auf ledersofa so ängstlich reagieren, bleibt für mich nur eins: manches ist einfach so. da hab ich nix falsch gemacht & andere auch nicht. aber ich kann manchmal meine angst vor hunden überwinden. und dann gewinne ich sie mir auch zu freundInnen… hach, da sollte ich doch mal einen blogeintrag für all die hundwesen schreiben, mit denen ich mich schon angefreundet habe… oder sie sich mit mir?